Der nächste bitte: RNL II jetzt neuer Spitzenreiter

Es geht weiter rund in der Süd-Gruppe der 3. Handball-Liga. Und die Aufsteiger erweisen sich nicht gerade als Leichtgewichte. Einer davon steht jetzt sogar hinter der zweiten Mannschaft der Rhein-Neckar-Löwen auf Rang 2.

Wie hatte es Horkheims Trainer Jochen Zürn treffend formuliert? „Es ist eine unheimlich schwierige Staffel. Wenn nur zwei Stellschrauben nicht passen, bist du weg.“ Das musste auch der TV Neuhausen erfahren, der nun seine weiße Weste beschmutzt bekam.
Einige siegreiche Teams mussten im Spielverlauf auch größere Verletzungen hinnehmen. Bei der HG Oftersheim/Schwetzingen erlitt Daniel Hideg einen Nasenbeinbruch. Die SG Nußloch musste den Ausfall von Sebastian Körner wegstecken, der bei einer Abwehraktion umknickte, vermutlich Bänderriss erlitt. Maximilian Trost vom neuen Tabellenführer RNL II schied mit einer Knieverletzung aus.


TuS Dansenberg – TV Neuhausen/Erms    26:22 (10:8)
Es war der Aufsteiger Dansenberg, der nun den Spitzenreiter der letzten Woche stürzte, ihm die ersten beiden Minuszähler einbrockte. Ohne Tim Keupp (Meniskuseinriss) war die Durchschlagskraft beim Zweitliga-Absteiger nicht immer gegeben, Trainer Anel Mahmutefendic haderte mit der ungenügenden Chancenverwertung, hatte 16 Fehlwürfe notiert, darunter vier Siebenmeter. Die Pfälzer Abwehrstärke, gepaart mit „Hexer“ Markus Seitz im Tor war die Grundlage für diesen Überraschungscoup. Ab dem 6:5 hat der TuS den Vorteil auf seiner Seite, Neuhausen blieb fast eine Viertelstunde ohne Torerfolg, obwohl sein Keeper Simon Tölke den TVN lange im Spiel hielt.


Rhein-Neckar-Löwen II – SG Köndringen/Teningen             31:27 (16:12)
Dieser Erfolg spülte die zweite Mannschaft der SG Kronau/Östringen, die RNL, an die Spitze. Mit Tempo und durchdachtem Spiel wurden die Südbadener überrollt (21:15, 24:17, 2:22). Der Rest sollte Schaulaufen werden, aber es wurde noch einmal knapp (29:27). „Dass es dann zum Schluss wieder hektisch wird, liegt daran, dass wir einfach noch zu unbedarft sind“, meinte RNL-Dompteur André Bechtold. Mittelmann Robin Dittrich mutmaßte, dass seinem Köndringen/Teninger Team nach Pascal Bührers Abgang die nötige Durchschlagskraft und Struktur fehlten.


TV Hochdorf – SV Kornwestheim               20:29 (9:16)
Das größte Lob für den Sieger kam vom Hausherren, Aufsteiger SVK habe sich wie ein absolutes Top-Team dieser Liga verkauft. Dabei hatte SVK-Coach Alexander Schurr zuvor gemeint: „Wir fahren nirgendwo als Favorit hin.“ Er stapelte auch nach Partie weiter eher tief, der aktuelle zweite Rang habe noch keine Aussagekraft. Das sieht die Konkurrenz teilweise anders. Beim noch sieglosen Hochdorf wurde teilweise Kritik laut. Torwart Lennart Schulte scheine außer Form, wurde ausgewechselt (21.). Der 38-jährige Sebastian Bachman, der keine Ambitionen auf die Nummer 1 im Kasten habe, vermochte aber auch nichts mehr zu retten. Aber auch andere Probleme seien beim TVH akut.


TGS Pforzheim – SG Nußloch      31:37 (12:18)
Die TGS kann für sich reklamieren, dass sie das "mittlere Drittel" der ersten Halbzeit mit 8:4 – nach 1:5-Rückstand – gewonnen hat. Das war es dann aber auch weitgehend. Nußloch individueller Klasse waren die Pforzheimer nicht gewachsen. Während die Hausherren immer mutloser agierten, wirkte die SGN zu allem entschlossen, hielt sich den Gastgeber ständig vom Leib, war nach 9:9 beim 12:20 weit oben auf. Pforzheims Trainer Andrej Klimovets hatte einen überragend aufspielenden Gegner gesehen, attestierte seiner Abwehr aber auch, nicht funktioniert zu haben.


TSV Neuhausen/Filder – TSG Haßloch      26:26 (14:13)
Nach offenem Schlagabtausch ein gerechtes Unentschieden – aber richtig zufrieden war wohl keiner. Ralf Bader, Trainer des Gastgebers bemängelte die für sein Team zu geringe Trefferzahl wegen zu wenig Tempo auf dem Weg nach vorne. Die Filder-Handballer sind sich sicher, dass in ihrem Aufsteigerteam noch viel mehr Potential stecke, welches sie noch nie komplett abgerufen hätten. Der Neuling steht dennoch blendend da. Auch TSG-Coach Tobias Job haderte ein wenig mit der Torausbeute, sah eine zeitweilige Überlegenheit seiner Mannschaft, die sich nicht in Zählbares niederschlug, was auch die Stimmung auf der Rückfahrt drückte. Auf der vereinseigenen Homepage werden aber besonders Schiedsrichterentscheidungen für den Punktverlust als ursächlich kritisiert.


HBW Balingen-Weilstetten II – TuS Fürstenfeldbruck         31:24 (14:10)
Fehlerquote zu hoch, Spieleranzahl zu gering, hieß es auf Seiten des Verlierers. HBW-Trainer André Doster war indes zufrieden, dass sein Team dem Tempo der Bayern gewachsen war. Nach dem 8:9 sorgte ein 6:0-Lauf schon für die erste Vorentscheidung, auch wenn der TuS noch einmal aufgeschlossen hatte (16:14). Dann ließen die Kräfte nach, auch weil FFB-Coach Martin Wild wegen zu wilden Reklamierens zwei Minuten kassierte und in dem folgenden Chaos seiner Bank auch noch ein Wechselfehler unterlief.


TSB Horkheim – HG Oftersheim/Schwetzingen 24:27 (11:10)
Mit seiner Abwehr war Thorsten Zürn, Coach des TSB, weitgehend zufrieden, mit der Angriffsleistung hingegen nicht. Zu oft fanden seine Werfer ihre Meister in Daniel Unser und Marius Gabel, die abwechselnd das HG-Tor bewachten. „Oftersheim/Schwetzingen hat insgesamt das Torhüter-Duell gewonnen. Da ist der Drops dann ziemlich schnell gelutscht. Wir haben uns zwar für sieben, acht Tore mehr klare Möglichkeiten erarbeitet, aber wir machen sie nicht.“ HG-Trainer Holger Löhr war rundum glücklich: „Ordentliche Performance Männer.“


VfL Pfullingen – HC Oppenweiler/Backnang          24:24 (11:14)
Die Parallelen zwischen beiden Teams sind für VfL-Coach Till Fernow „mittlerweile erschreckend“ was sowohl die Entwicklung der letzten Jahre als auch die aktuelle Situation umfasst. Da lag es doch nahe, sich im aktuellen Kellerduell mit einem Unentschieden zu trennen. Aber auch mit dieser wohl ebenfalls gerechten Punkteteilung war keiner zufrieden. Der spontane HC-Neuzugang David Szilagyi sorgte in seinem ersten Spiel für den Endstand. Robin Keupp hatte noch einen Wurf für den VfL. Einen Abpraller von Pfullingens Keeper Daniel Schlipphak, den Chris Hellerich zu fassen bekam, landete nur noch an der Latte. mj