Der Auftritt in Hochdorf war vielversprechend, weist in die richtige Richtung, war aber bei weitem noch nicht vollkommen. "Wir müssen es in den Kopf bekommen, dass wir diese Runde einen Schritt mehr machen, einen Schritt schneller sein müssen als letztes Jahr, als vielleicht alles noch lockerer von der Hand ging. Die Punktelieferanten sind abgestiegen, die Liga ist in der Breite konstant und die Topteams sind nicht aufgestiegen." Oftersheim/Schwetzingens Coach Holger Löhr weiß wovon er spricht. Meister Nußloch verzichtete bekanntlich auf den Gang in Liga 2, "Vize" TSB Horkheim wollte hoch, scheiterte aber in der Relegation. Und zu den Heilbronnern fährt die HG nun am Samstag (20 Uhr).


Neues Erfolgsrezept


Im Vorfeld der Partie gegen Haßloch hat Löhr bewusste darauf verzichtet, mit seinem Team den Gegner im Video zu studieren, auf dem Tableau zu analysieren. "Natürlich habe ich mich selber intensiv vorbereitet, um auf alles reagieren zu können." Diese "Schiene" will der Trainer nun erstmal weiterfahren, schauen wie weit er damit kommt. „Es bleibt wie gehabt: Wir müssen auf uns schauen. Es gilt unbedingt, die hohe Anzahl an Fehlwürfen und technischen Fehlern abzustellen. Das ist einfach zu viel." Auch die eigene Deckung ist noch nicht so weit, wie Löhr es gerne hätte. Es tun sich immer noch Räume, Lücken in der 6:0-Formation auf. „Dabei stehen wir ewig gut in der Abwehr und dann kassieren wir doch noch irgend so ein blödes Ding", hatte der verletzte Lucas Gartner von seinem Tribünenplatz in Haßloch verfolgt.
Horkheim ist an den Ansprüchen gemessen, die mancher im Umfeld hegt, vielleicht etwas schwerfällig aus den Startlöchern gekommen, verlor die ersten beiden Begegnungen. Dann folgten gegen Hochdorf und Pfullingen, jene zwei Teams die noch keinen Sieg einfuhren, jeweils doppelte Punkterfolge. Er sei brutal stolz gewesen wie seine Jungs diese Erfolge errungen, ja erkämpft hätten, meinte TSB-Übungsleiter Jochen Zürn, aber es seien keine Gala-Abende gewesen. Dabei durften er und sein Team sich auf Florian Möck (Ex-Pfullinger) als Spielmacher und Pierre Freudl (vormals Nußloch) als unerbittlicher Vollstrecker stützen. Auch Janik Zerweck machte auf Halblinks auf sich aufmerksam. Oftmals geht es auch in die Tiefe zu Kreisläufer Alexander Schmid (acht Tore in Pfullingen). Hinten hält Nils Boschen (kam von TGS Pforzheim) den Laden weitgehend zusammen.
Trotz des leichten Fehlstarts ist Zürn zufrieden: „Jedes Spiel bringt uns einen Schritt weiter. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine richtig gute Saison spielen werden", teilte er der Heilbronner Stimme mit. Schließlich hat der TSB als einer der wenigen Vereine auch erheblich mehr als nur den Klassenverbleib als Ziel vorgegeben. Es soll mindestens Rang sechs oder besser werden. Da scheint die Aufgabe für die HG doch recht groß zu sein.
Auch Löhr zeigt gewissen Respekt: „Wir treffen dort sicherlich auf eine stark veränderte Truppe. Die Neuen zu integrieren braucht seine Zeit, wie die beiden ersten verlorenen Spiele zeigen. Aber Horkheim verfügt über ein hervorragendes Mannschaftsgefüge mit einer guten 6:0-Deckung", hat er ausgemacht. „Dem TSB steckt eine enorme Kampfkraft inne, wie das rumgebogene Spiele in Pfullingen bewies. Die Achse Freudl-Schmid gilt es zu beachten, aber dazu sind jederzeit Alternativen im Rückraum mit guten, jungen Spielern vorhanden.“
Für Co-Trainer Matthias Polifka ist der Trip nach Horkheim indes eine Reise in die Vergangenheit. Es spielte 2000 bis 2003 für die Unterländer in der Regionalliga und verbrachte von 2009 bis 2011 eine zweite Dienstzeit dort, verbindet gute Erinnerungen daran. Selbst heute hält er noch Kontakte dorthin. mj