„Das war die richtige Antwort auf letzte Woche“ meinte Gerd Junghans, Vorstandsmitglied von Oftersheim/Schwetzingen nach dem knapp gewonnenen Drittliga-Krimi bei der TSG Haßloch. Nicht nur ihm war eine Zentnerlast von der handballerischen HG-Seele gefallen. Die TSG hatte ihren ersten Heimsieg der noch jungen Saison angepeilt, es wurde der erste Auswärtssieg der HG. Mit 26:25 (14:12) hatte das von Holger Löhr als Trainer angeführte Team den Sieg davongetragen und überzeugte dabei besonders mit seinem leidenschaftlichem Auftreten. „Die Mannschaft ist wieder da. Das war super gefightet, die Jungs sind bravourös zurückgekommen.“

Als Matchwinner durften sich dabei viele HG-Akteure fühlen, alleine für die letzten zweieinhalb Minuten könnten fünf benannt werden. Da tankte sich Mittelmann Lukas Sauer durch die gegnerische Defensive und legte geschickt auf Lino Messerschmidt am Kreis ab, der mit aller Gewalt zur 25:24-Führung einnetzte. Hinten parierte Marius Gabel den nächste Pfälzer Wurf von Halblinks. Von gleicher Position brachte Daniel Hideg seinen Schuss an TSG-Schlussmann Daniel Schlingmann vorbei; die HG lag mit 26:24 in Front und Hideg zehnter Treffer. Die Haßlocher Chancen schwanden zusehends und waren vollends zunichte gemacht, als HG-Keeper Daniel Unser einen letzten Siebenmeter von Elvijs Borodovskis  abwehrte. Das abschließende Tor zum Endstand mit der Schlusssirene war reine Ergebniskosmetik.

Ein Matchwinner war aber auch Adrian Fritsch wegen seiner Rückkehr auf das Spielfeld nach langer Verletzungspause. Mit dem Seitenwechsel tauschte er seinen Tribünenplatz mit einem im HG-Angriff ein und dort gelang ihm sofort sein erster Treffer nach dieser Leidenszeit (13:15): „Das fühlt sich schon gut an, aber du hast erst mal Respekt, wenn bei so einer Aktion dann vier Arme auf Dich zugeflogen kommen. Aber alles ist gut.“

Weniger gut kam der Gast zu Beginn der Partie ins Laufen. TSG-Coach Tobias Job hatte seinen Mannen eine offensive Ausrichtung in der Deckung verordnet. An dieser und an Schlingmann bissen sich die HG-Angreifer einmal mehr die Zähne aus. Sollte die schwache Einschlagquote von letzter Woche anhalten, fragte sich mancher der zahlreichen Oftersheim/Schwetzinger Anhänger. Aber auch die Torverhinderer auf der anderen Seite waren zunächst im Vorteil (2:1/9.). Dann zog das Heimteam – gar in Unterzahl – doch davon (7:3/14.). Aber dann war es die HG-6:0-Abwehrformation, die den Gegner vermehrt zu Fehlern zwang. Ab dem 8:8 gab es letztlich ein megaspannendes Rennen bis zum Schluss.

Die Badener hätten sich sogar etwas absetzen können, nahmen aber manche Geschenke nicht an (17:17/45.). Löhr setzte einmal mehr auf den siebten Feldspieler. „Klar“, gab er zu, „läuft man das Risiko, ein Tor zu bekommen, aber Haßloch war wohl nicht darauf vorbereitet.“ Es ging auch nur zweimal schief, als erst Kevin Seelos vom Anspiel ins verwaiste Tor zum 18:18 traf und Schlingmann war das 23:23 vorbehalten (56.).

Der nach eigenem Bekunden etwas mitgenommene Job kommentierte später: „Das war nichts für schwache Nerven. Wir haben das Spiel nach einer Viertelstunde zu schnell aus der Hand gegeben, bekamen die Konter der HG. Die Abwehr stand sonst recht gut, auch wenn einige Anweisungen nicht eingehalten wurden.“ Zur tragischen Figur sei dann Schlingmann geworden, der an zwei – auch dem letzten – Würfen von Hideg zwar dran war, aber die Bälle jedes Mal durchschlüpften lassen musste. mj

TSG: Schlingmann (1), Röpcke; Borodovskis (7/4), Kern (6), Muhovec (1), Schmieder (1), Freitag, Seelos (1), Zellmer, Gregori (1), Job (2), Hartstern (3), Zeller (2), Götz.

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (3), Rudolf (1), Förch (3), Zipf (1), L. Sauer (3/1), Krämer, Fritsch (2), Mehl, A. Sauer (3), Körner, Hideg (10/2).