Interview: Julian Zipf greift nach langer Verletzungspause nun im Männerbereich an

Er ist noch jung und dennoch schon in vielfältiger Weise bei den Handballern von Oftersheim/Schwetzingen eingebunden. Doch als Spieler trat Julian Zipf zuletzt weder in der A-Jugend noch bei den Aktiven groß in Erscheinung – eine Knieverletzung hatte ihn ausgebremst. Er war zuletzt in der Nachwuchs-Bundesliga (JBLH) in der Runde 2015/16 gegen die JSG Balingen/Weilstetten am Ball. Zur aktuellen Saison taucht er nun aber wieder im Kader der Drittliga-Mannschaft auf, darf auch schon auf erste Einsätze und ein Pflichtspieltor (erneut gegen Balingen-Weilstetten) zurückblicken.

Neben seiner Spielerkarriere hat Zipf zuvor ein FSJ-Jahr beim TV Schwetzingen absolviert. Inzwischen ist er als A-Jugend-Trainer bei der HG und für den badischen Verband tätig, außerdem pfeift der Student von der Universität Heidelberg auf Mannheimer Kreisebene, weitere Aufstieg nicht ausgeschlossen.

Seit Deiner OP sind nun 21 Monate vergangen, wie kommt das Knie mit der Belastung zurecht?

Julian Zipf: Das Knie hält und das ist das Wichtigste. Ich verschwende kaum noch einen Gedanken daran, wenn ich in ein 1:1-Duell gehe. Allerdings muss ich eine Menge Zeit in Dehnung, Auslaufen und Physiotherapie stecken, das kann schon einmal nerven.

Dein vorerst letztes Spiel hast Du noch mit der A-Jugend der HG in der A-Jugend-Bundesliga bestritten, wie ist der Unterschied zum Männerhandball in der 3. Liga?

Zipf: Das Spiel im Erwachsenenbereich ist viel physischer, athletischer. Das war zunächst eine große Umstellung für mich. In den zwei bereits gespielten Partien merkte man teilweise auch die Abgezocktheit und Cleverness der meist älteren Gegenspieler.

Apropos letztes Spiel. Das war noch in der JBLH gegen die JSG Balingen/Weilstetten, zum Saisonauftakt in der 3. Liga gab es einen Sieg ebenfalls gegen HBW Balingen-Weilstetten, zu dem Du sogar ein Tor beisteuern konntest.

Zipf: Das war ein großartiges Gefühl. Ich glaube, man hat meine Freude auch auf dem Spielfeld gesehen, nachdem ich das Tor erzielt hatte. Dass es am Ende sogar zum Heimsieg für uns gereicht hat, macht mich natürlich umso glücklicher.

Neben Deiner Spielertätigkeit bist du noch A-Jugend-Trainer der HG und im BHV, Schiedsrichter im Kreis Mannheim und ein Studium an der Uni Heidelberg betreibst Du auch. Der zeitliche Aufwand muss doch immens sein?

Zipf: Nach meiner Verletzung und während meinem FSJ-Jahr beim TV Schwetzingen habe ich die beiden Bereiche, Trainer und Schiedsrichterwesen, für mich entdeckt. Der Aufwand ist natürlich schon hoch, aber mit dem richtigen Zeitmanagement kann man es schaffen. Darunter muss meine Freundin teilweise etwas leiden, aber ich werde von ihr, meiner Familie und Freunden hervorragend unterstützt. Und ich möchte die Erfahrungen als Trainer und Schiedsrichter nicht missen, man kann daraus auch einiges für sein eigenes Handballspiel mitnehmen.

Mit dem TSV Neuhausen/Filder kommt am Samstag ein Aufsteiger in die Nordstadthalle. Wie stehen die Chancen für das Duell?

Zipf: Uns erwartet aller Voraussicht nach eine offensive 3:2:1-Abwehr, mit der wir in Fürstenfeldbruck durchaus Probleme hatten. Die Woche über haben wir intensiv an weiteren Lösungen gegen solch eine Abwehr gearbeitet und wir hoffen, mit der Unterstützung der Fans, weitere zwei Punkte einfahren zu können. Nach den zwei bereits gezeigten Leistungen ist für uns aber noch viel Luft nach oben!

Wie würdest Du Deine Rolle im Team beschreiben?

Zipf: Im Prinzip gehöre ich noch zu den Rookies, denn es ist für mich das erste Jahr im Seniorenbereich. Für mich gilt es daher, in den Trainings möglichst viele Erfahrungen zu sammeln und von meinen Mitspielern und Trainern zu lernen. Aus den beiden bisherigen Saisonspielen konnte ich auch schon eine Menge mitnehmen. Aller Voraussicht nach werde ich aber auch Spielanteile in der „Ib“ sammeln.

HG Oftersheim/Schwetzingen - TSV Neuhausen auf den Fildern (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)