Löhr setzt auf spielerische Steigerung

Innerhalb von nur drei Wochen ist ein Handball-Verein namens Neuhausen in der Schwetzinger Nordstadthalle zu Gast. War es vor kurzem anlässlich des DHB-Pokals Zweitliga-Absteiger TV Neuhausen aus Metzingen an der Erms, rückt nun der aus der Oberliga aufgestiegene TSV Neuhausen von der nur unweit entfernten Filderebene (20 Kilometer Distanz) zum Punktspiel in der 3. Liga bei der HG Oftersheim/Schwetzingen an.

Doch allein aus der Tatsache, dass ein Liganeuling in der Kurpfalz vorstellig wird, leitet sich für HG-Trainer Holger Löhr nicht zwangsläufig ein Selbstläufer ab. Die Schwaben verbringen schließlich ihre nun schon vierte Spielzeit in der 3. Liga und wollen endlich das Image einer Fahrstuhlmannschaft ablegen, fordert ihr Kapitän Hannes Gundler. Für diese Saison erwarte der Oftersheim/Schwetzinger Headcoach ein noch engeres Rennen, als es schon im vergangenen Jahr am Laufen war und verweist auf die Ergebnisse der ersten beiden Spieltage, bei denen nur Lokalrivale SG Nußloch als recht konstant herausragt. „Wir haben diese Runde starke Aufsteiger sowie eine extreme Breite, eine enorme Dichte im Teilnehmerfeld.“ Und Neuhausen gehöre da mittenrein. Zumal es wie zuletzt in Fürstenfeldbruck für seine Leute nicht einfacher werden dürfte, denn erneut werden sie einer offensiven Deckung gegenüberstehen. „Der TSV spielt eine hervorragende 3:2:1-Abwehr,“ urteilt Löhr.

Doch dies sei für ihn nicht vorrangig. „Wichtig ist“, betont Löhr, „wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren, uns im spielerischen Bereich verbessern und steigern. Das ist unser Job.“ Er blickte auch noch einmal kurz zurück. Ja, die Niederlage in Bayern schmerze, wäre so in diesem Ausmaß nicht notwendig gewesen. „Wir begingen extrem viele Fehler, so dass wir im Verlauf der Partie nicht mehr mit dem TuS mitgehen konnten.“ Deshalb hofft er auf eine Steigerung, fordert sie von seiner Truppe, um auch dem Nordstadthallen-Publikum wieder eine ansehnliche Vorstellung zu bieten.

Neuhausen, welches nach Ansicht schwäbischer Experten über einen breiten Kader verfüge, in dem jeder Akteur eine Partie entscheiden könnte, kommt mit einer Enttäuschung nach Schwetzingen. Die deutliche Heimniederlage (28:33) aufgrund einer eklatanten Deckungsschwäche gegen Köndringen/Teningen war wohl so nicht erwartet worden. „Wir wussten, was auf uns zukommt, deshalb haben wir kurz überlegt, ob wir defensiver verteidigen wollen, aber ich möchte unsere 3:2:1-Abwehr durchbringen, denn sie wird uns noch einige Punkte bringen. Sie soll in jedem Spiel aufopferungsvoll kämpfen und jede Gelegenheit ergreifen, ein Gegenstoßtor zu erzielen“, gewährt TSV-Trainer Ralf Bader einen Einblick in seine handballerische Philosophie. Ansonsten setzt auch er auf eine Weiterentwicklung seiner Spieler als Team. Der torhungrige Angriff stützte sich dabei bislang hauptsächlich auf die zielstrebig agierenden Hannes Gundler und Timo Durst, die von der HG-Defensive gestoppt werden sollten.

Noch einmal zurück zum Klassenprimus und Topfavoriten Nußloch. Der dortige Trainer Christian Job hat für sich die Liga schon ein wenig differenzierter einsortiert. Die beiden bisherigen Gegner (Hochdorf, Pfullingen) sehe er zum Rundenende eher im unteren Drittel der Tabelle angesiedelt. Seinen nächsten Gast (Backnang/Oppenweiler) – obwohl mit null Punkten gestartet – eher im oberen. Um weiterhin mit Konstanz auftreten zu können, haben Job und die SGN-Verantwortlichen noch einmal nachgelegt und den lettischen Rückraum-Nationalspieler Raimonds Trifanovs verpflichtet. Er kam vom Nord-Drittligisten SV Beckdorf, spielte zuvor sechs Jahre für VT Zweibrücken. Er soll sowohl den aktuellen verletzungsbedingten Ausfall von  Lars Crocoll kompensieren wie auch dann ab Januar die anstehende Abwesenheit von Simon Kuch (Weltreise).

HG Oftersheim/Schwetzingen – TSV Neuhausen auf den Fildern (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)