HG unterliegt nach Anfangsführung deutlich in Fürstenfeldbruck

Die Euphorie des Auftakterfolges vom vergangenen Wochenende hielt bei den Drittliga-Handballern der HG Oftersheim/Schwetzingen auswärts nur eine gute Viertelstunde an. Dann wich sie einer krassen Ernüchterung. Hatten sie zunächst noch 6:3 und 7:4 geführt (16.) unterlagen sie beim TuS Fürstenfeldbruck dann recht sang- und klanglos 23:31 (10:14). „Wir hatten einkalkuliert, dass es schwer wird, letztlich verlief das Spiel, fast so wie von uns erwartet“, gestand Trainer Holger Löhr ein, doch die Höhe der Niederlage dürfte auch ihm ein Dorn im Auge gewesen sein.

Nach dem recht passablem Beginn in der Wittelsbacherhalle zu Fürstenfeldbruck – Löhr: „Am Anfang hat unsere kompakte 6:0-Deckung gut dagegengehalten und ihre Aufgabe gelöst.“ – hatte TuS-Trainer Martin Wild in seiner ersten Auszeit seine Männer neu eingestimmt. Ihre nun stimmiger interpretierte offensive Abwehr nahm den HG-Angreifern zunehmend jeglichen Schwung und Elan, sie liefen sich ständig fest. Praktisch war der Ofen aus, es folgten jede Menge von der Brucker Defensive provozierte Ballverluste, ohne dass die Gäste auch nur einmal aufs Tor warfen. Sie gerieten mit 7:9 (23.) ins Hintertreffen und bis zur Pause wuchs der Rückstand gar auf vier Treffer Differenz an.

Hätte, wäre, wenn

Das wäre weiter noch nicht schlimm gewesen (könnte man meinen), denn direkt nach dem Seitenwechsel verkürzte Lino Messerschmidt auf 11:14. Und wenn seine Kollegen ihre weiteren Möglichkeiten, die durchaus aussichtsreich vorhanden waren, genutzt hätten, wäre vielleicht noch einmal etwas zu holen gewesen. Löhr meinte auch: „Wir haben zu viele unserer Chancen verworfen.“

Er hatte für den zweiten Durchgang konsequent auf das taktische Mittel des siebten Feldspielers gesetzt, aber auch dieses Konzept brachte keine Verbesserung mehr, beim 18:12 (37.) war die Begegnung eigentlich schon gelaufen, der Abstand im ziemlich vogelwild vorgetragenen zweiten Durchgang blieb wie zementiert (22:16, 25:19). Gegen Spielende wuchs die TuS-Führung dann noch etwas weiter an (27:19). Auch ein Versuch mit einer 5-plus-1-Deckungsvariante mit einem weit vorgezogenen Alexander Sauer auf der Spitze sah ganz gut aus, bewirkte aber keine ausschlaggebende Veränderung mehr.

Lust und Last

Und während sich insgesamt beim Hausherren die Lust des Torewerfens doch recht weit gestreut zeigte, lastete diese Bürde beim Gast doch überwiegend bei der Rückachse Daniel Hideg – Simon Förch (zusammen 16 Treffer). Die HG versuchte in langgespielten Angriffen ihr Glück, geriet oft an den Rand des „Zeitspiels“. „Wir wollten die gegnerische Deckung mehr in Bewegung bringen“, erläuterte Löhr das eigentlich Vorhaben, aber der entsprechende Druck dahinter hätte gefehlt. Auch eine taktische Variante mit verschiedenen einstudierten Freiwurfausführungen habe noch nicht so recht funktioniert.

Wild indes nahm lang gespielte HG-Angriffe und das oft drohende passive Spiel als Kompliment für seine Truppe und deren Deckungsverhalten. „Damit habe wir uns für die schlechte Abwehrleistung in Teniningen rehabilitiert.“ Allerdings sei er mit Torwart und Defensive erst nach seiner frühen Auszeit beim 4:7 zufrieden gewesen. „Da habe ich die Spieler erst mal beruhigt und mit dem Erfolg und dem Vorsprung kam auch das Selbstvertrauen. Auch wenn die zweite Halbzeit nicht so schön anzuschauen war, haben wir nichts mehr anbrennen lassen.“ mj

TuS: Kröger, Winkler, Luderschmid; Leindl (3), Dundovic (2), Ball, Lex (4), Meinzer (7/2), Hild, Kerst (5), Engelmann (3), Stumpf (2), Prause (5), Prestele.

HG: Herb, Gabel; Barthelmeß, Messerschmidt (2), Förch (6), Zipf, L. Sauer, Krämer (1), Mehl (2), A. Sauer, Fendrich (2), Körner, Hideg (10/2).