Horizonte erweitern - spielerisch und geografisch

Für die HG Oftersheim/Schwetzingen brachte die Staffel-Einteilung zur neuen Saison doch einige Änderungen mit sich. Aber einige Vereinsnamen in der Staffel Ost sind zumindest denen nicht unbekannt, die schon länger die HG begleiten. Da gibt es noch einige Verbindungen aus Regionalliga- und Zweitligazeiten, manche entstammen der Jugend-Bundesliga. Anderseits gilt es, auch den Horizont zu erweitern. Doch wer sind die vermeintlichen Favoriten auf die vorderen Plätze und die Kandidaten für die hinteren Ränge? Wie ist die Staffelstärke einzuordnen?

Zweitliga-Absteiger als Titelkandidaten?

Zuerst allererst denken da manche bei Titelanwärtern sicherlich an die Absteiger aus der 2. Bundesliga, die ja auch gerne mal vorschnell den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel definieren. Wie das ausgehen kann, hat in der letzten Saison der TV Neuhausen/Erms mit seiner rasanten Talfahrt bewiesen. In die Ostgruppe wurde nun nur ein Absteiger, der THSV Eisenach, eingeteilt, im Süden sind es mit der HG Saarlouis und der HSG Konstanz gleich zwei.

Eisenach jetzt aber schon auf den Titelschild zu hieven käme wohl zu früh. Präsident Shpetim Alaj kündigte an, ein „Weiter so“ würde es nicht geben, jeder Stein würde umgedreht werden. Aber basierend auf einem Etat von einer Million Euro (eigene Angabe) meint er auch: „Wir haben ein personell gutes Fundament für den sofortigen Wiederaufstieg.“ Auch Karsten Wöhler (Geschäftsführer und sportlicher Leiter), der für die Misere die Spieler in die Pflicht nahm, bekräftigte schon vor Saisonende und kurz vor seinem Rauswurf: „Für mich ist das einzige Ziel der sofortige Wiederaufstieg.“ Schließlich ist aktuell in der Wartburg-Stadt ja auch eine bundesligataugliche Halle in Planung.

Andere sehen mittlerweile die  benachbarte SG Nußloch ganz weit vorne einkommen. Denn das Engagement von Ex-Nationalspieler Christian Zeitz sorge bundesweit für Aussehen und eine erhöhte Erwartungshaltung. Zeitz schickte gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Ich freue mich auf diese besondere sportliche Herausforderung. Und ich hoffe, dass wir gemeinsam erfolgreich den Aufstieg in die 2. Liga meistern können.“ Auch Manfred Gspandl, Abteilungsleiter und Geschäftsführer der SGN, bekräftigte: „Perspektivisch gesehen ist die 2. Bundesliga unser Ziel. Sollte es schon in der neuen Saison mit dem Aufstieg klappen, würden wir das auch annehmen.“

Aufstiegsrelegation für die Meister

Allerdings ist der Staffelsieger in dieser Runde nicht automatisch aufstiegsberechtigt, er muss in die Relegation, sollten alle vier Erstplatzierten den Wunsch haben, eine Klasse höher zu rutschen.

Gänzlich unberechenbar wie auch schon im Süden dürften die zweiten Mannschaften der  Bundesligisten sein. Und davon gibt es hier gleich vier, die sich meist über flotten Nachwuchshandball definieren. Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen kommt als Hessenmeister in die Drittklassigkeit und bildet den Unterbau für Wetzlar. Der Mitteldeutsche Oberliga-Titelträger LVB Leipzig ist nach vollbrachter Mission nun als SG Leipzig II unter das Dach vom SC DHfK Leipzig geschlüpft. Und die Reserve des HC Erlangen durfte als Anführer eines breiten Mittelfeldes 2017/18 die Vize-Meisterschaft feiern. HSC Coburg II hingegen ist knapp dem Abstieg in die Bayernliga entgangen, den dafür der ebenfalls fränkische HSC Neustadt an der Saale antreten musste.

Als potenzielle Absteiger werden ja gerne die Newcomer betrachtet. Auch hier wurde 2017/18 im Süden mit dem Neuling und Staffelsieger SV Kornwestheim die Messlatte ziemlich angehoben. So bleibt es sicher spannend zu verfolgen, wie sich Bayerns Meister TV Bruck als zweites Erlanger Team in dieser Staffel schlagen wird.

Fazit: Es fällt schwer, schon vor Saisonstart exakte Prognosen über das Rundenende anzustellen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die meisten Teams erstmal den frühestmöglichen Klassenerhalt anpeilen und vorgeben. HG-Chefcoach Holger Löhr sagt: „Mein Saisonziel ist, die Jungs weiterhin individuell und als Team weiterzuentwickeln, und mit dem Trainerteam weiter so konstruktiv und gut zusammen zuarbeiten wie zuletzt.“ 

Oftersheim/Schwetzingen sieht sich trotz seiner namhaften Abgänge gut aufgestellt. Lucas Bauer (Kronau/Östringen) bildet jetzt mit Marius Gabel und Maximilian Herb das Torhütertrio. Alexander Kubitschek (Leutershausen) wird nach abgeklungener Verletzung wieder seine Kreise für die HG ziehen. Ansonsten baut das Trainerteam um Löhr weiterhin massiv junge Kräfte ein, die sich bewähren sollen. Mittelmann Jerrit Jungmann kommt aus Minden, Jonas Krepper von der HSG St. Leon/Reilingen, Valentin Demel und Hamza Hakic stoßen aus der „1b“ nach.

Räumliche Verteilung

Ansonsten wurde es mehrfach postuliert und auch bei der Staffeleinteilung im Juni vorrangig berücksichtigt, dass möglichst viele regional Duelle erhalten bleiben sollen. Und die gibt es reichlich in dieser „Ost“ genannten Gruppe. Da haben wir zum einen die Konzentration in Nordbaden mit dem TVG Großsachsen, der SG Leutershausen und der SG Nußloch. Einen massiven Fünferblock gibt es mit den Hessen aus dem Rhein-Main-Raum. Ein wenig abseits liegt zwar die MSG Groß-Bieberau/Modau am nördlichen Odenwaldrand. Doch weit ist es von dort aus nicht zum SG Bruchköbel, zur HSG Hanau, der HSG Rodgau/Nieder-Roden und dem TV Gelnhausen, der per Relegation knapp dem Abstieg in die Oberliga entronnen ist. Nur im Norden Hessens nimmt der GSV/Eintracht Baunatal eine leichte geographische Außenseiterrolle ein, dazwischen ist noch Dutenhofen/Münchholzhausen angesiedelt. Die fränkische Fraktion ist mit Erlangen, Bruck und Coburg dreifach vertreten. Das mit dem thüringischen Eisenach und dem sächsischen Leipzig nur zwei „echte“ Ostteams in dieser Staffel spielen, zeigt auf, dass es zwischen polnisch/tschechischer Grenze und dem Rhein an manchen Ecken noch weiße Flecken in der Handball-Karte der 3. Liga gibt.

Aufgebot
Nr. Name Position Geburtsdatum Gewicht Größe Bei HG seit
1 Maximilian Herb TW 24.09.1999 105 kg 190 cm Jugend
2 Max Barthelmeß LA 28.11.1999 79 kg 180 cm Jugend
3 Lino Messerschmidt RR/KM 15.08.1996 97 kg 194 cm Jugend
4 Tom Jansen RR 18.06.1998 89 kg 189 cm 2017
6 Simon Förch R 26.04.1993 105 kg 195 cm Jugend
8 Julian Zipf RL 04.03.1997 96 kg 194 cm Jugend
9 Lukas Sauer RM/LA 25.10.1995 84 kg 182 cm 2016
10 Niklas Krämer KM 06.03.1999 105 kg 193 cm Jugend
11 Jerrit Jungmann RM 24.07.1999 85 kg 190 cm 2018
12 Marius Gabel TW 05.11.1996 92 kg 186 cm Jugend
13 Kevin Suschlik RA 26.06.1999 85 kg 190 cm Jugend
14 Valentin Demel RL/RM 02.09.1998 85 kg 186 cm Jugend
17 Justus Mehl RA 04.05.1996 92 kg 179 cm 2015
18 Alexander Sauer LA/RM 28.06.1992 88 kg 183 cm 2012
24 Daniel Hideg RL/RM 02.12.1996 97 kg 193 cm Jugend
30 Jonas Krepper RR 25.08.1997 78 kg 185 cm 2018
31 Alexander Kubitschek K 07.08.1995 102 kg 197 cm 2018 (wieder)
41 Hamza Hakic RL/RM 18.03.1998 87 kg 190 cm Jugend
61 Lucas Bauer TW 22.08.1995 95 kg 192 cm 2018