In reizvoller Staffel begeisternden Handball bieten 

Erneut wurde die HG Oftersheim/Schwetzingen – gemeinsam mit ihren lokalen Konkurrenten – in der 3. Liga in die ehemalige Ost-Staffel eingruppiert, die nun die Bezeichnung „Mitte“ trägt. 

Die Spanne der vertretenen Teams reicht wieder von Profi-Truppen, die auch mal internationale Transfers tätigen, über Halbamateure bis hin zu fast reinen „Feierabend-Mannschaften“, bestehend aus Werktätigen, Studenten und Schülern meist aus dem regionalen Umfeld, was keineswegs abwertend gemeint ist.

Die einen haben Ambitionen, nach dem Absturz wieder in die Zweitklassigkeit zurückzukehren, andere streben schon länger nach dem Aufstieg und wollen diesen Wunsch endlich realisieren. Für das Gros geht es wie in der Vergangenheit hauptsächlich um einen sicheren Mittelfeldplatz. Sie wollen möglichst nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. 

Ligaweit gab es fünf Teams, die die 2. Bundesliga verlassen mussten. Nur zwei Mannschaften wird es nach dem neuen Modus vergönnt sein, direkt dorthin zu gelangen. Diese Plätze werden unter den Staffelsiegern ausgespielt. Ein dritter Aspirant kann es über eine erweiterte Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga schaffen. 

Die Gegner in der Staffel „Mitte“ 

Über den TV Großwallstadt braucht man eigentlich nicht viel zu schreiben. Jahrelang war der TVG eine der Topadressen im deutschen Bundesliga-Handball, dann kam der allmähliche Niedergang: Abstieg 2013, Lizenzverweigerung für die 2. Liga 2015 mit dem unrühmlichen Höhepunkt der Pleite. Nach der Insolvenz folgte der Wiederaufbau, doch die 2. Liga erwies sich für den TVG in der letzten Saison als noch zu stark. Den Spielort des TVG kennen manche HGler vielleicht noch, es war auch die Spielstätte für die Zweitliga-Duelle Oftersheim/Schwetzingens mit dem TuS Obernburg. Für Großwallstadt, mit Michael Spatz (früher Leutershausen), Torschützenkönig in der abgelaufenen Zweitliga-Saison, zählt eigentlich nur der direkte Wiederaufstieg. Kein Problem mit dieser klaren Vorgabe habe der neue TVG-Trainer Ralf Bader, der zuvor den TSV Neuhausen auf den Fildern coachte, dann nach Bietigheim wechselte. 

Aufsteigen will schon seit einiger Zeit die SG Nußloch mit dem früheren HGler Andy Röll als Torwarttrainer unter dem neuen Chef-Coach Marc Nagel (vormals Leutershausen), wie auch deren Rückraumakteur und Ex-Nationalspieler Christian Zeitz bekräftigte. Meisterambitionen werden aber auch anderen Teams nachgesagt oder zugetraut. So der HSG Hanau, die sich auch entsprechend verstärkt hat, allerdings mit Tarek Marschall ein vielversprechendes Nachwuchstalent an den HC Erlangen verlor. 

Den Namen des TV Kirchzell kennen noch eingefleischte HG-Anhänger aus deren Zeit mit Bundesliga-Zugehörigkeit. Damals (2006/07 und lange danach) hieß der Mann an der Seitenlinie Gottfried Kunz. Er trainierte dort Torleute wie Andreas Wolff  und Carsten Lichtlein. In der Drittklassigkeit gab es noch kein Aufeinandertreffen mit der HG. Trainer seit 2016/17 ist als Nachfolger jetzt Andreas Kunz, Gottfried „nur“ noch Betreuer. Nach zwei Jahren in der hessischen Oberliga stehen die Bayern nun vor ihrem achten Jahr 3. Liga. 

Der HC Elbflorenz Dresden ist im Reigen der „traditionellen“ höherklassigen Handball-Vereine ein echter Newcomer. 2006 wurde er mit dem HC Dresden als besonderen Vorgänger (finanziell gescheitert) quasi aus dem Nichts heraus gegründet. Mit dem Vorteil eines Startrechts in der Sachsenliga ging es dann stetig und steil bergauf, 2017 war die 2. Bundesliga erreicht. Aber auch die zweite Mannschaft hielt sich nicht lange mit Kreis- und Bezirksklassen auf und zählt nun zu den HG-Kontrahenten. Trainer war zuletzt Rico Göde. 

Der Northeimer HC stellt ein im Süden weitgehend unbeschriebenes Blatt dar. Das südniedersächsische Northeim – der dortige NHC wurde 2011 als Nachfolger der HSG Northeim/Hammenstedt/Hillerse gegründet – spielte letzte Runde im Westen, zuvor auch schon im Osten (2015/16, 2017/18).  

Auch mit dem HSC Bad Neustadt an der Saale lassen sich starke Emotionen bei der HG verbinden. Zweimal traten die Kurpfälzer dort an. Beim ersten Mal, am 17. April 2004, verabschiedeten sie sich mit einem 29:27-Auswärtserfolg aus der Regionalliga nach oben in die zweite Bundesliga. 

Erneut mit am Start sind die hessischen Teams des TV Gelnhausen, die nun als „HSG“ auflaufende Spielgemeinschaft von Groß-Bieberau und Modau, die HSG Rodgau Nieder-Roden, die zweite Wetzlarer Mannschaft der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und der GSV Eintracht Baunatal.  

Mit großer Vorfreude blicken alle beteiligten Seiten auf die anstehenden Lokalduelle mit den beiden Hirschberger Vereinen TVG Großsachsen und SG Leutershausen. Der SC DHfK Leipzig agiert nun als reine zweite Mannschaft des Bundesligisten. Das kurzfristige Zusammengehen mit der SG LVB Leipzig (abgeschoben in die Sachsenliga) wurde nach nur einem Jahr wieder beendet. 

Die neue Saison verspricht also wieder einiges an Attraktivität und Spannung. Für HG-Coach Holger Löhr ist es allemal eine sehr reizvolle Staffel und Aufgabe. Erneut will er mit seinen Jungs, die im Altersdurchschnitt ligaweit wieder am jüngeren Ende der Skala zu finden sein dürften, für begeisternden Handball sorgen. Und dabei soll allerdings nie die individuelle Fortentwicklung der HG-Akteure aus dem Blick geraten.