Es war beinahe mehr eine Arbeitssitzung als eine normale Jahreshauptversammlung, die die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen unter dem brütend heißen Dach des TSV-Clubhauses absolvierten. Das Ergebnis kann sich dafür sehen lassen. Neben einer weitgehend positiven Bestandsaufnahme wurden Veränderungen angekündigt und auch auf bestehende Defizite hingewiesen, die es noch auszumerzen gilt.

Einstimmig wurde das Management deswegen auch entlastet. „Und da sich keiner bei mir gemeldet hat, dass er aufhören will“, präsentierte Vorsitzender Peter Knapp das komplette Führungsgremium als Paket zur erneuten Wiederwahl. Ein Vorschlag, der ebenfalls einstimmig angenommen wurde.

In den Berichten aus den einzelnen Ressorts klang immer wieder ein alt bekanntes Thema durch. Die Handball-Gemeinschaft platzt aus allen Nähten, von Kapazitätsengpässen war mehrfach die Rede. So zum Beispiel in der untersten Jugend. „Wir schicken zu den Spieltagen bis zu vier Mannschaften eines Jahrgangs“, teilt Jugendleiter Achim Grögeder mit und meint damit den großen Zulauf bei den Bambinis. Ein wahres Luxusproblem, aber es mangle ihm nicht nur an den notwendigen Hallenzeiten, sondern auch an ausreichend Übungsleitern, die diesen „Sack voller Flöhe“ in der Lage ist zu unterweisen. Es ist das Ergebnis der jahrelangen Kooperation mit Kindergärten und Schulen, die auch dafür sorgen, dass die folgenden Altersklassen gut besetzt sind. Von E- bis C-Jugend ist alles randvoll besetzt. „Die Nachfrage bei uns ist unglaublich groß. Wir sind uns auch bewusst, dass die Eltern bestmögliche Förderung erwarten und wir versuchen uns diesem Anspruch zu stellen“, ist Grögeder bereit, sich mit seiner Crew weiterhin intensiv um den Nachwuchs zu kümmern.

Für den älteren Bereich hält Markus Barthelmeß fest: „Wir haben über 100 Spieler von der A- bis zur C-Jugend. Und wir bemühen uns, den Trainerbereich weiter zu verstärken.“ Die zweifach nicht geschaffte Qualifikation zur Bundesliga sieht er nicht als „großen Beinbruch“ an. Dafür würden die Jungs erfolgreich in den aktiven Mannschaften eingebaut. Er fordert aber auch: „Wir müssen mit dem, was wir haben, noch besser arbeiten.“ Knapp sieht aber in dieser Hinsicht den eingeschlagenen Weg als zielgerichtet an: „Wir haben uns bewusst entschlossen, nicht Spitzenhandballer einzukaufen, sondern sie selber aufzubauen. Da haben wir schon Gutes erreicht.“

Chefcoach Holger Löhr warnt aber davor, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. In seiner Eigenschaft als Leistungssport-Koordinator moniert er, dass er nicht immer mit der vorherigen Ausbildung der älteren Jugendspieler zufrieden sei. „Wir brauchen noch mehr Qualität in der Trainerschulung und müssen die jahrgangsübergreifende Verzahnung noch weiter voranbringen, die Toptalente weiter fördern und immer am Ball bleiben.“ So würde er gerne die HG-internen Strukturen vorantreiben. Der konzeptionelle und der athletische Bereich sollten auf allen Ebenen noch mehr zentralisiert werden. Aber er weiß auch: „Es ist alles eine Frage des Budgets.“

Ein Bereich, in dem die Verzahnung schon gut funktioniere, sich deutlich verbessert darstelle, sei der weibliche, erläuterte dessen sportlicher Leiter Jochen Gölitz. Sein Kollege aus der männlichen Abteilung, Martin Schmitt, sieht nicht nur das Drittliga-Team gut gerüstet. „Wir sind mit allen drei Mannschaften in der Spielklasse angesiedelt, die wir uns als Wunschliga vorgestellt haben. Unsere Vorgaben wurden durchwegs erreicht.“ Nur die „Erste“ sei über das Ziel hinaus geschossen, fügt er leicht schmunzelnd an. Grund genug, eine Warnung vor übertriebener Erwartungshaltung hinterher zu schieben. „Wir müssen das vernünftig einschätzen, wir können nicht erwarten, erneut viele enge Spiele mit einem Tor zu gewinnen. Wir sind zwar jetzt gut eingespielt, aber auch kein unbeschriebenes Blatt mehr, dürfen nicht glauben, kommende Saison besser als der jetzt erreichte sechste Platz abzuschneiden.“ Seine Vorgabe für die Saison 17/18 lautet deshalb erneut Klassenerhalt. Dies allein sei schon eine große Herausforderung.

Ebenso ist das Team „HG-Schiedsrichter“ gut aufgestellt, verkündete Vorstandsmitglied Jochen Kühnle, und versprach, dass es diese Saison keine Punktabzüge im badischen Bereich für Oftersheim/Schwetzingen geben würde. 13 Unparteiische pfeifen derzeit auf verschiedenen Ebenen für die HG und den jüngeren davon wird dabei mit intensivem Coaching unter die Arme gegriffen. Kühnles Gremiumskollege Gerd Junghans vermeldete zufrieden, dass die Finanzen im „grünen Bereich“ seien. „Wir sind schuldenfrei und der Haushalt steht.“ Die vielen Derbys hätten eine signifikante Steigerung gebracht und „paradoxerweise“ hätten sich im Vergleich zur Oberliga die Fahrtkosten drastisch reduziert. Er bedaure auch, dass Großsachsen und Leutershausen jetzt fehlen würden, blickt aber dennoch freudig der neuen Saison entgegen. mj