Das 6. Handball- oder "Powercamp" der HG Oftersheim/Schwetzingen seit 2006 war schon ein erster Erfolg, lange bevor die Veranstaltung begann. Praktisch mit Veröffentlichung der Ausschreibung war die Veranstaltung restlos ausgebucht. 75 Nachwuchshandballer von C- bis E-Jugend „verschlissen" beinahe ein Dutzend Trainer, die sich dafür teilweise sogar extra Urlaub genommen hatten.

Aber dabei werden nicht nur handballerische Kenntnisse vermittelt. Zusätzlich stand zum Beispiel auch Regelkunde mit Julian Zipf auf dem Programm. Ein breites Spektrum an Fähigkeiten wurde insgesamt abverlangt. Eine schwierige Aufgabe war beispielsweise das Basteln einer Konstruktion aus Servietten und Strohhalmen. Diese sollte ein rohes Ei beim Sturz von der Tribüne auf den Hallenboden schützen. Schiedsrichter und „Doktor“ Hamza Hakic kam aber zu keiner positiven Diagnose. Keines der Eier hatte überlebt, außer jenem, das außer Konkurrenz von Headcoach Frank Sander ganz am Ende ins Rennen respektive auf den Flug geschickt worden war.

Christoph Wegner, der sportliche Leiter der Veranstaltung, erläuterte auch die spezielle Aktion mit einigen recht jungen Karate-Kämpfern und ihrem Trainer Rafael Carrera, die zunächst etwas belächelt wurden, dann aber doch ganz schön Respekt ob ihrer Fertigkeiten abnötigten. „Das ist ein sehr köperbetonter Sport, und kontaktfreudig geht es ja auch im Handball zu. Wir wollten den Kindern dadurch die Angst davor nehmen.“

Organisator Klaus Berghoffer war abgesehen von einigen zeitlichen Verzögerungen mit dem Gesamtablauf der viertägigen Maßnahme mehr als zufrieden, zumal sich keiner verletzt hatte. Die ganze Geschichte stand ohnehin unter dem Aspekt, neben der spielerischen Fortentwicklung vor allem viel Wert auf Spaß zu legen. Und den hatten die Jungs und Mädels.

Untermalt von Musik und einem launigen Kommentator in der Sprecherkabine ging dann das Abschlussturnier über die Bühne. Häschen, Gänse, Dachse und andere spielten da unter viel Tohuwabohu gegeneinander, aber auch gegen den „Dynamo Trainingsmaschinen“, wohinter sich das Trainerteam verbarg.

Ein besonderes Highlight war auch das tägliche gemeinsame Mittagessen vom Oftersheimer Caterer Andreas Pfisterer. Geflügelschnitzel, Spaghetti, Reis und anderes gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Auch das zwischendurch angebotene „Grünfutter“, Obst und Gemüse, waren schneller verputzt, als die Mütter, die den freiwilligen Dienst an der Theke versahen, mit dem Schnippeln nachkamen.

Überraschungsgäste gab es dann auch. Dies waren der ehemaliger HGler Marius Steinhauser und Oliver Roggisch, Spieler und Manager vom Erstligisten Rhein-Neckar-Löwen, die eine Fragerunde mit den Kids bestritten und natürlich für Autogramme und Fotos zur Verfügung standen.

Nach anfänglichem Zögern wurden den beiden wahre Löcher in den Bauch gefragt. So mussten sie zu „Steinis“ Wechsel nach Flensburg Stellung beziehen, aus dem Trainingsalltag plaudern oder Infos privater Natur preisgeben. Roggisch  unterließ es auch nicht, ständig zu betonen, wie wichtig die Parallelität von Handballsport – auch als Profi – sowie schulischer und beruflicher Ausbildung sei. "Von dem, was wir im Handball verdienen, können wir nicht den Rest unseres Lebens bestreiten wie die Fußballer.“ mj