Das Internationale Biberacher Oster-Turnier ist endgültig seiner Juniorenzeit entwachsen. Die 20. Auflage mit 104 Handball-Mannschaften (was rund 300 Spiele nach sich zieht) vermittelte schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehende deutsche Meisterschaft im Bereich A-Jugend. Die vier hiesigen Mannschaften, die dort vertreten waren – drei männliche Teams der HG Oftersheim/Schwetzingen und die A-Mädchen der TSG Ketsch – verkauften sich zwischen sehr gut und „naja, mehr als nur dabei gewesen“.

Bei Jugendturnieren zwischen Rundenende und anstehenden Qualifikationen kommt es immer wieder – je nach Zielsetzung – zum Aufeinandertreffen zwischen Mannschaften mit dem Kader der nächsten Saison, die sich wie bei der HG auf die Ausscheidungswettbewerbe vorbereiten, und solchen, die mit ihrem älteren Jahrgang vor Ort sind, um sich für die Endrunde der Meisterschaft fit zu machen oder sich auf Abschlussfahrt befinden. Dementsprechend schwer taten sich dann auch B- und C-Jugend von Oftersheim/Schwetzingen. Hier traten die Unterschiede naturgemäß recht deutlich zu Tage.

Eine klare Steigerung im Vergleich zur Vorwoche beim BW-Pokal wurde dabei jedoch der HG A1 bescheinigt. Denn in einer Vorrundengruppe mit zwei namhaften Bundesligisten war sie als krasser Außenseiter gesetzt. Doch schon in den Anfangsminuten im ersten Match gegen VfL Potsdam zeigten die Kurpfälzer, dass sie nicht gewillt waren, diese Rolle auszufüllen. 6:2, 12:5 waren die Steilvorlage zum lang ersehnten 18:14-Erfolg nach vier sieglosen Pflichtpartien. Der TV Bittenfeld (23:16) und RPS-Oberligist DJK SF Budenheim (24:11) wurden noch am selben Tag (jeweils 40 Minuten Spielzeit) ebenso deutlich bezwungen. Gelegenheit für Trainer Julian Zipf, ständig zu rotieren.

Etwas schwieriger gestaltete der Gang mit Viertelfinal-Kontrahent SG Ottenheim/Altenheim. Bis zum 14:13 war im Vergleich mit den Südbadenern, gecoacht von Köndringen/Teningens Axel Simak, kein vorzeitiger Sieger auszumachen. Dem energischen Zwischenspurt auf 17:13 folgte dann aber der 19:15-Sieg.

Nach diesem Erfolgsmarathon, drei Jugend-JBLH-Teilnehmer und einen letzt- und gleichzeitig nächstjährigen hinter sich gelassen zu haben, standen dann die Reinickendorfer Füchse Berlin als Semifinal-Gegner auf dem Programm. Gegen diese Truppe um Trainer Bob Hanning mit sehr guten Chancen auf den nationalen Titel ist kein Kraut gewachsen. Schon in der Eröffnungspartie vor großer Kulisse fertigten sie mit FA Göppingen den Vierten der Südstaffel ab (25:12), Aue stand ebenso wenig im Weg (25:15) wie Gastgeber Biberach (28:15), der auf lokaler Ebene beheimatet ist. Nach dem Viertelfinale gegen Süd-Bundesligist Meissenheim/Nonnenweier (34:10) wurde dann auch die HG problemlos eliminiert (26:10). 

Zu groß sind die körperlichen Unterschiede. Coach Holger Löhr lobte aber den kämpferischen Einsatz seiner Truppe, die sich bis zum Schluss bemühte, weitere Treffer zu setzen, die dann auch entsprechend bejubelt wurden. Nur die letzten beiden "klaren" Dinger, ein Siebenmeter und ein Wurf von Rechtsaußen wollten partout nicht rein. Für Berlin war auch der Finalsieg (20:12) gegen Staffelrivale Magdeburg praktisch eine reine Formsache.

Für die HG blieb als „Trostpreis“ die Aussicht auf einen im Vorfeld nicht für möglich gehaltenen dritten Rang. Sie dominierte das slowenische Topteam Krka vor gut 500 Zuschauern zunächst auch deutlich (8:4) und hatte dabei schon etliche Möglichkeiten ausgelassen, die sich später vielleicht rächten. Denn allmählichen schlichen sich Fehler in zunehmender Häufung ein (8:8). Bis zum 13:13 blieb die Partie offen, eine doppelte Unterzahl kurz vor Ende und zwei Gegentore sorgten für die aus HG-Sicht negative Entscheidung. Max Barthelmeß wurde übrigens mit großem Vorsprung „Torschützenkönig“ der gesamten A-Jugend-Konkurrenz Er traf 35/13 Mal ins Schwarze.

Ketschs Trainer Adrian Fuladdjusch war ebenfalls weitgehend mit seinen Spielerinnen auf Abschlussplatz 6 zufrieden. Vielmehr sei nicht drin gewesen, schätzte er ein. Dabei war die TSG im Viertelfinale nur mit einem Tor Differenz am SV Allensbach gescheitert, auch weil Saski Puhr verletzt ausgeschieden war.

Nicht ganz so positiv die Reaktionen in den jüngeren Teams von Oftersheim/Schwetzingen. Rang 19 für die B1 (Detlef Röder, Florian Schwarz, Marcel Johnson Dias) und ein 16. Platz für die C1 (Jörg Madinger, Tobias Schmidt, Nico Neuer) lagen aber noch im Bereich des zu Erwarteten. Und dass ihre Mannschaften durch die vier Tage Biberach mehr zusammengewachsen waren, stimmte die sechsköpfige Trainerschar versöhnlich.

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