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Unentschieden – und gut ist - HG spielt 31:31 gegen Weinsberg
Die alte Frage nach dem glücklichen 31:31 (13:10)-Unentschieden – ob gewonnener oder verlorener Punkt – der HG Oftersheim/Schwetzingen gegen den TSV Weinsberg stellt sich nach diesem Handball- Oberligaspiel eher nicht. Die Hausherren hatten lange geführt, lagen kurz vor Schluss zweimal aber mit je einem Treffer im Rückstand – den sie jeweils egalisierten – und mussten quasi mit einem vermeintlichen Schlusspfiff den gegnerischen Siegtreffer hinnehmen, der dann doch nicht zählte. Die Gäste hingegen hatten mit nichts Zählbarem gerechnet und kamen so doch gut weg, obwohl ihnen eigentlich sogar die gesamte Beute zugestanden hätte.

Es war eine Partie, in der es der Gastgeber trotz mehrmaliger klarer Führungen nicht verstand, seine Vorteile weiter auszuspielen und den Gegner in Schach zu halten. So wurden nicht nur drei Konter verblasen sondern auch alle sechs Siebenmeter, die der HG zugesprochen waren, nicht verwandelt. Da machte es Weinsberg besser, traf bei neun Versuchen achtmal. So kulminierte alles in einer ziemlich kuriosen Schlussphase, die ihre letzten drei Sekunden doppelt erlebte. Es war „extrem spannend“, bekannten mit Andreas Zellmer und Mathias Bogusch auch zwei Ex-HGler, die unter den zahlreichen Zuschauern in der äußerst gut besuchten Nordstadthalle weilten. Allein die Gäste hatten mehr als eine Busladung Fans angekarrt.

Nach anfänglichem Geplänkel, als Weinsberg sich an der Oftersheim/Schwetzinger Abwehr die Zähne ausbiss, diese jedoch reihenweise schon jetzt ihre Bälle vorne versiebte (6:6/17.),  gab es ausgerechnet in Unterzahl mit 9:6 (20.) das erste Anzeichen, dass die Hausherren die Partie wirklich dominieren könnten. Mit 13:8 (28.) nach zwei ausgezeichneten Soli von Sebastian Geider, der später mit einer Handverletzung ausschied, schienen die Weichen schon auf Sieg gestellt. Doch analog zu einem Jojo-Effekt wurden sowohl dieses Plus wie spätere Vorsprünge ständig wieder vergeben (14:12/32., 20:16/39., 20:19/42.). Mit 26:23 (50.) war das Match immer noch nicht entschieden, denn nach dem 29:27 (54.) stellten die Gastgeber das Torwerfen weitgehend ein und auf einmal führte Weinsberg mit 30:29. Marius Steinhauser glich dann aus, der TSV erhöhte erneut, David Ganshorn besorgte in Unterzahl den Endstand.

Weinsbergs Trainer Peter Baumann nahm nun seine Auszeit (59:57) und nach dem Wiederanpfiff trafen seine Jungs auch blitzschnell den Kasten. Doch von HG-Seite kam keine Gegenwehr, denn sie hatten Hupe und Pfiff vom Tisch gehört, das vermeintliche Spielende. Der Zeitnehmer, als Assistent der Unparteiischen, hatte die Partie auf Grund eines Wahrnehmungsfehlers erneut unterbrochen. „Das anschließend irregulär erzielte Tor Weinsbergs musste zurückgenommen werden“, schrieben später die Schiedsrichter ins Protokoll. Der zweite Versuch brachte dann nichts ein. Es wäre ein durchaus berechtigter Einspruchsgrund, eine Wiederholung der Partie sehr wahrscheinlich gewesen, worauf der TSV aber verzichtete. Baumann meinte: „Das müssen wir sportlich nehmen und gut ist.“

Zum Spiel bekannte er: „Die 3:2:1-Deckung der HG schmeckt uns nicht, aber über den Kampf haben wir es spannend gemacht. Wir haben mit keinem Punkt gerechnet und so gesehen ein Ausrufezeichen gegen unsere Mitstreiter im Abstiegskampf gesetzt.“ Christian De Maria, der HG-Trainer, bescheinigte seinen Leuten: „Wir waren nicht gut genug, um Weinsberg in die Schranken zu weisen. Das war keine gute Leistung, unsere Konzentration war nicht hoch genug.“ Weinsberg sei „die Mannschaft der Stunde“, fügte er noch an, hat seit Anfang Februar 13:3 Punkte geholt.

HG: Baumeister, Schneider, Bolling; Geider (6), Ganshorn (6), Siegel, Schmidt (1), Steinhauser (9.), Schubert (3), Hubert (2), Nowak (1), Rüffer (1), Triebskorn (2), Kaiser.

Zum Abschluss des Trainergesprächs meldete sich auch noch HG-Vorsitzender Peter Knapp in Sachen Steinhauser, der ja bekanntlich zur ersten Mannschaft Kronau/Östringens, den Rhein-Neckar-Löwen wechselt, zu Wort. Der „Steini“ hätte ja noch ein Jahr Vertrag bei der HG gehabt, aber keiner wollte ihm diese einmalige Chance verbauen. „So haben wir wie vernünftige Leute über dieses Thema geredet und einen fairen Ausgleich gefunden. Dieser ist nicht nur finanzieller Natur, aber wir haben, wie es sich gehört, vereinbart, die Details nicht öffentlich breitzutreten.“ Doch der „Hype der letzten drei Wochen“ um den Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga sei ihm „gehörig auf den Senkel gegangen“. Nach der Verletzung von Kapitän Jens Zwißler habe kein Mensch mehr gefragt. Dies sei ein Ausfall, der viel mehr schmerze, als der baldige Spielerwechsel.    mj
« zurück [YZ] 01.04.2012 13:29