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Nach der Pause hat’s geknallt
Trotz diverser Personalsorgen reichte das Restaufgebot der HG Oftersheim/Schwetzingen, um Baden-Württemberg-Oberliga-Konkurrent TSV Deizisau in einer zeitweiße eher mäßigen Handball-Partie letztlich auf Distanz zu halten. Mit einer Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel bezwangen die Kurpfälzer die Schwaben mit 30:25 (12:11).
Dabei führten sie nach 42 Minuten mit 24:15, womit die Entscheidung bereits gefallen war. Eine erster früher Vorsprung (5:2) brachte zunächst noch nicht das erhoffte Sicherheitspolster. Das folgende 6:3 (9.) wandelte sich in ein 6:7 (13.). Schon hier brachten die Schiedsrichter mit ihrer ganz eigenen Regelauslegung – gegen wie für den Hausherren – Stimmung in die Halle.

HG-Trainer Eyub Erden hatte sich für eine ungewohnte Anordnung seines verbliebenen Personals entschieden. Mit (von links) Peter Nowak, Holger Hubert, Frank Scholl, Sergiu Dumitru, der mit Sebastian Scheffzek für die Abwehr wechselte, Jens Zwißler und Sven Rüffer am Kreis, sollte der Gegner bezwungen werden. Max Schneider hütete das Tor, punktuelle Einsätze bekam Dario Tokur, Tim Schuhmacher und Marius Meyer bildeten die „strategische Reserve“. Eine Aufstellung, die mit Variationen (Angriff-Abwehr-Wechsel zwischen Dumitru und Nowak) auch im zweiten Durchgang praktiziert wurde.

Es muss eine recht kurzfristige Entscheidung gewesen sein, wie der Coach bekannte, der freitags noch nicht wusste, wer ihm zur Verfügung stehen würde, „mit wem ich überhaupt auflaufen kann“. Ohnehin war für Erden „diese Woche ganz schwer“. Er und sein Team hatten nicht nur die Niederlage von Stuttgart zu verdauen, sondern auch die ärztlichen, niederschmetternden Meldungen bezüglich Tobias Schmidt und Jan Triebskorn. So war mit Nowak und Rüffer eigentlich nicht zu rechnen gewesen. Sie stellten sich trotz des nicht geringen Restrisikos in den Dienst der Mannschaft, genauso wie Dumitru, Scheffzek, Marcel Bolling und Jonas Baumeister aus ihren Krankenbetten gekrochen waren.

Doch es wendete sich halbwegs zum Guten, „ich habe die stärksten Leute für die Abwehr gehabt, und dadurch haben wir das Spiel auch gewonnen“, so Erden, der immer zunächst auf eine stabile Deckung legt. Das Manko in der ersten Halbzeit machte er einmal mehr im Auslassen von klaren Chancen aus. 13 Bälle wurden vergeben, in der dominanten Phase war es kein einziger. „Danach waren wir überragend“, lobte er das Team inklusive Torwart.

Die HG zog nach der Pause gnadenlos auf und davon. „Uns gelang es in dieser Phase nicht, gegen die offensiv-aggressive Abwehr der HG in der Tiefe zu arbeiten“, gab SV-Trainer Steffen Rost zu. „Wir wurden sehr weit zurückgedrängt, gaben nach leichten Fehlern sehr viele Bälle her. Ob wir dann später wieder etwas besser gespielt haben – wir hatten die Deckung erneut umgestellt – oder der Gegner müde war“, ließ er offen und es ist auch müßig darüber zu spekulieren. Der Markt war bereits verlaufen. „Diese elf Minuten waren der Knackpunkt im Spiel“, fasste er treffend zusammen. Dabei zählte Rost nur die 2:9-Serie aus seiner Sicht, bis er zur grünen Karte griff (41.). Anschließend bekam seine Truppe aber noch einmal Nachschlag. Dann ließen es die Spieler in Rot und auch ihr Keeper wieder etwas gemächlicher angehen. Dieser Erfolg war nicht mehr in Gefahr.

HG: Schneider, Bolling, Baumeister; Schuhmacher, Hubert (5), Dumitru (2), Rüffer (2), Meyer, Zwißler (14/7), Tokur (1), Nowak, Scheffzek (2), Scholl (4). mj
« zurück [YZ] 13.02.2011 14:44