Viele Erfahrungen und Pokal für den 3. Platz im Gepäck 

Der Badenliga-Terminplan sah, bedingt durch die Schulferien, an diesem Wochenende kein Rundenspiel der mC1 vor. Kein Grund für die Junghyaenen, sich auszuruhen. So nahm man fast 200 km Wegstrecke am Vorabend des 28.10.2017 auf sich, um am „Tournoi des Jeunes Lions“ des gastgebenden Vereins Sélestat Alsace Handball (SAHB) 1967 teilzunehmen. Ein Verein, der letztes Jahr selbst noch in der ersten französischen Liga spielte, dieses Jahr den Wiederaufstieg anstrebt und viel Wert auf eine gute Jugendausbildung legt. Bekanntester Spieler aus der dortigen Jugendakademie ist wohl Thierry Omeyer.  

Ziel der HG mit der Turnierteilnahme war erstens im Rhythmus zu bleiben und zweitens sich mit einem unbekannten und hochklassigen Teilnehmerfeld zu messen. Ganz nebenbei eignete sich der zweitägige Ausflug hervorragend für das Teambuilding. 

Entsprechend motiviert fand sich die HG-Truppe um Trainer Jörg Madinger mit großem Anhang am beeindruckenden Spielort ein. 

 

Das Teilnehmerfeld war in zwei Gruppen geteilt. Gespielt wurde im Modus Jeder gegen Jeden. Die ersten beiden der Vorgruppe spielen über Kreuz im Halbfinale um den Einzug ins Finale bzw. um den 3. Platz. Alle weiteren Plätze wurden ebenfalls ausgespielt. Dauer der Spiele waren jeweils 2x12 Minuten.  Bereits im ersten Spiel zweier direkter Gruppengegner konnte man die gute französische Handballausbildung im Jugendbereich erkennen. Die Vorfreude und auch die Spannung auf den Einstieg der HG ins Turnier stieg. 

 

HG – Marckolsheim 29:8 (14:2)

 

Von Beginn an wurde deutlich, dass die HG-Jungs den Start ins Turnier nicht verschlafen werden. Der „deutsche ICE“ war um Längen dem „französischen TGV“ voraus. Über ein souveränes 9:1 nach 7 Minuten ging es dann mit einem überaus komfortablen und vorentscheidenden 14:2 in die Halbzeit. Dieses Ergebnis gab Coach Madinger schon früh die Gelegenheit, Kräfte zu schonen und im Block zu wechseln. Der Spielfreude und Effizienz im Abschluss tat das aber keinen Abbruch. Über ein 21:5 in der 18. Minute gelang der HG ein überragendes Auftaktmatch mit 29:8. 

 

HG – Sélestat Alsace Handball 19:9 (4:10)

 

Ohne Unterbrechung ging es im nächsten Spiel gleich weiter gegen die zweite Gastgeber-Mannschaft, die sich nicht kampflos ergeben sollten. Sie gingen auch mit dem Vorteil einer Spielpause und den Beobachtungen des ersten HG-Spiels auf die Platte. Aber auch in diesem Spiel schien der Zug für die Gastgeber schon abgefahren zu sein. 

Die HG hielt das Spiel schnell, überzeugte mit schönen Aktionen, die überzeugend abgeschlossen wurden. Nach der Halbzeit ging der Spielfluss kurzzeitig etwas verloren. So wurde in dieser Phase vorschnell die erstbeste Gelegenheit vergeben oder hastige Einzelaktionen nicht erfolgreich abgeschlossen. Dennoch konnte man dem Gastgeber mit 10 Toren davonziehen und gewann verdient mit 19:9. Nicht nur die mitgereisten Fans rieben sich über diesen souveränen Auftakt der HG-Truppe die Augen. 

HG – FC Mulhouse 21:15 (8:8)

 

Nach den ersten beiden Siegen stand bereits vor diesem Spiel das Weiterkommen in die Finalrunde fest. Ein Nachlassen kam nicht in Frage und man sollte auch in diesem Spiel Werbung für den HG-Nachwuchs machen. Mit einem 3:0-Lauf gleich zum Start schien auch alles so zu klappen, wie man sich das vorgenommen hatte. Die großgewachsenen und technisch gut ausgebildeten Gegner hielten gut dagegen und verlangten der HG so Einiges ab. Einem direkt verwandelten Treffer Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ist es zu verdanken, dass die erste Hälfte ausgeglichen mit 8:8 ausging. 

In einem tollen und schnellen Spiel behielt die HG aber seine weiße Weste und konnte aufgrund einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte verdient mit 21:15 gewinnen. 

Dabei trotzten die Junghyaenen der ein oder anderen Entscheidung, welche ungleich zu Ungunsten der HG ausfiel. Allein der starken Torausbeute war es zu verdanken, dass diese Entscheidung sportlich getroffen wurde. 

Somit stand die HG im Halbfinale. Dies war für viele, aufgrund des starken Starterfeldes, überraschend und erfreulich zugleich. 

 

Halbfinale

HG – Hoerdt/Reichstett 16:21 (7:7)

 

Nach einer längeren Unterbrechung zur Mittagszeit galt es, den „deutschen Zug“ auf französichen Gleisen wieder schnell zum fahren zu bringen. 

Hierbei gelang der HG erneut ein guter und erfolgreicher Start und konnte gegen einen körperlich und technisch guten Gegner, mit einer recht defensiven Deckung, anfänglich mit jeweils 1-2 Toren vorlegen. Aber der Gegner sollte wohl gut vorbereitet und mit zusätzlicher Hilfe als Sieger vom Platz gehen. Nur so ist es zu verstehen, dass das Spiel, das bis zur Halbzeit noch ausgeglichen war, völlig gegen die HG gedreht wurde. 

Vorab sei hierzu angemerkt, dass ausgerechnet in diesem Spiel das Abschlussglück verloren ging und man selbst keine Angriffe der Gegner abfangen konnte. Dies aber wäre aufgrund des an diesem Tag bärenstarken Auftritts und der Leistungsreserven der HG sicher noch zu kompensieren gewesen. 

Aber hier kämpfte die HG nicht allein gegen den stark aufspielenden Gegner aus Hoerdt/Reichstett. Diesem wurde in Serie die Anzahl von Schritten erlaubt, die für einen Torerfolg erforderlich waren. Zudem wurden Aktionen auf HG-Seite überhart mit Zeitstrafen belegt, wogegen auf der anderen Seite nichts dergleichen passierte. Auf und neben dem Feld übernahm folglich die Unzufriedenheit über diese Entscheidungen das Spiel. Das Unverständnis über diese Art ungleicher Entscheidungen schüttelten die HG-Jungs in diesem Spiel leider nicht ab. Die teilweise in doppelter Unterzahl spielende HG kämpfte bis zuletzt, musste aufgrund des Verlaufs in der zweiten Spielhälfte einem nicht unbedingt besseren Gegner den Einzug ins Finale überlassen. Danach hingen die HG-Köpfe verständlicherweise erst einmal tief. 

 

Spiel um Platz 3

HG – FC Mulhouse 14:13 (6:7)

 

Gegen den aus der Vorrunde bekannten Gegner hieß es, mit einem Sieg und dem Gewinn des 3. Platzes einen erfolgreichen Abschluss des Turniers zu schaffen. Der Gegner konnte selbst mit einem Sieg die Niederlage aus der Vorrunde ausmerzen. Man merkte auf Seiten der HG, dass die Eindrücke aus dem Halbfinalspiel noch nicht restlos verarbeitet waren. Man überließ zu Beginn dem motiviert aufspielenden Gegner zu viele Spielanteile und Freiräume, die sie zu nutzen wussten.

Auch in diesem Spiel fanden wiederholt einige Pfiffe keinen Anklang bei den Spielern und dem fachkundigen Publikum. Zu offensichtlich und einseitig wurden Entscheidungen gegen den deutschen Gast getroffen. Aber es wären nicht die HG-Jungs, wenn Sie nicht versucht hätten, aus den Fehlern zu lernen. So fokussierten Sie sich auf ihre Art schnellen und direkten Handball zu spielen und verließen als Gewinner des 3. Platzes das Spielfeld. 

 

Mit dem Pokal für den 3. Platz und vielen neuen Eindrücken machte sich der HG-Tross nach der Siegerehrung zurück auf den Weg in die Heimat. 

Auch wenn das große Ziel nicht erreicht wurde, so konnte dennoch viel Spielpraxis im Wettkampfmodus gesammelt werden. 

 

Es spielten:

Larsen Angermann, Lennart Beisel, Luca Berghoffer, Valentin Clarius, Luka Hartmann, Marc Kern, Marcel Kind, Felix Merkel, Norman Merkel, Niklas Michalski, Till Nasgowitz, Simon Otto

 

Trainer: Jörg Madinger

 

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