Die aktuelle A1 der HG Oftersheim/Schwetzingen steht vor ihrer letzten Bewährungsprobe vor dem Sommer. Im münsterländischen Ahlen will sie als eine von sieben Mannschaften einen der beiden zu vergebenden Startplätze für die kommende Saison in der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) ergattern.

Zweimal war die Möglichkeit, direkt in die JBLH einzuziehen, schon da. Zweimal ging in den letzten Sekunden des jeweiligen letzten Turnierspiels etwas äußerst knapp daneben. Und auch diesmal in Ahlen wird – aus HG-Sicht – es auf das letzte Match ankommen. Dass die vorherigen Teilmisserfolge den HG-Männern vier zusätzliche Trainingswochen einbrachten, wurmte sie zwar, aber sie nahmen es hin, hatten es sich schließlich selbst mit eingebrockt. Für sie ist das Schnee von gestern, es zählt nur noch das Finale von Ahlen. So lobte auch Klaus Billmaier stellvertretend für das Trainertrio (mit Holger Löhr und Bernd Meyer): „Es ist fantastisch, wie die Jungs die ganze Zeit mitziehen.“

Das klingt einfacher als es war, denn schulische Aktionen sowie Erkrankungen und Verletzungen ließen den Übungsbetrieb manchmal ein wenig stottern, er kam aber nie zum erliegen. Jetzt wird am Freitag mit voraussichtlich kompletter Mannschaftsstärke nach Westfalen gefahren. „Durch die unglücklichen Ergebnisse der vorherigen Runden haben wir uns nicht beirren lassen“, unterstreicht auch Löhr. „Wir haben konzentriert gearbeitet, jeder weiß, worum es geht. Die Qualität, die Aufgabe zu meistern, steckt auf jeden Fall in der Truppe. Von den beiden „Unfällen“ in Oftersheim und Konstanz zeigt sich auch Meyer gut erholt, gibt sich optimistisch-kämpferisch: „Wir packen das.“

Eine Art „Finale“ gibt es aufgrund des veränderten Austragungsmodus. Ursprünglich war laut Durchführungsbestimmungen ein Turnier in drei Vierergruppen geplant. Dabei war die Anzahl der auszuspielenden Restplätze noch unbekannt. Als sich nach Abschluss der Runden von A- und B- Jugend herausstellte, dass in der Endrunde noch sieben Teilnehmer gesucht würden, bekam jeder Quali-Bereich einen weiteren auszuspielenden direkten Platz in der Saison 2016/17 zugestanden.

Jetzt verbleiben wie eingangs erwähnt also nur noch zwei freie Tickets für die nächste Spielzeit, um die sich sieben Teams bemühen. Es wird in zwei Gruppen eine Vorrunde gespielt, anschließend bestreiten die jeweiligen beiden Ersten Überkreuzpartien. Die Sieger erhalten die JBLH-Tickets, die Verlierer ermitteln noch die eventuelle Nachrückerreihenfolge. Während der altbekannte baden- württembergische HG-Rivale Konstanz aus dem Süden mit Budenheim (Rheinhessen) und Lübbecke- Nettelstedt (Ostwestfalen) in einer Dreier-Gruppe spielt, absolviert Oftersheim/Schwetzingen ein Viererturnier. Seine Gegner sind NARVA Berlin, GIW Meerhandball (Niedersachsen) und ein Team aus dem Westen, die TSG Harsewinkel. Allesamt stellen mehr oder weniger unbekannte Größen dar.

Der erste Kontrahent (Spielbeginn 11.45 Uhr), Harsewinkel, hat quasi den Heimvorteil gepachtet, liegt mit seinen rund 24000 Einwohnern in der Nähe von Gütersloh nur rund 30 Kilometer entfernt. Zweiter Widersacher wird dann das Team aus der Bundeshauptstadt sein (15 Uhr). Dessen „Vorname“ NARVA“ steht dabei für die chemischen Elemente Stickstoff (N) und Argon (Ar) sowie für Vakuum (Va). Es war der Handelsname ostdeutscher Glühbirnen. Denn der heutige Verein ging aus einer Friedrichshainer Betriebssportgruppe eines VEB-Kombinats hervor, das früher einmal zum Osram- Konzern gehörte. 18.15 Uhr geht es dann gegen GIW (Großenheidorn/Idensen/Wunstorf) weiter. Dieses Kürzel der Jugendspielgemeinschaft steht für die drei Wunstorfer Ortsteile und ihrer Stammvereine zwischen Mittellandkanal und dem Steinhuder Meer, was den Hauptnamensteil erklärt. Während GIW (wie auch Budenheim in einer JSG mit Ingelheim) schon auf ein Jahr JBLH zurückblicken darf, wären die anderen beiden Gegner im Erfolgsfall Neulinge in der JBLH.

Und hoffentlich geht es dann siegreich, so der Wunsch aller HGler, sonntags um 10.15 Uhr mit dem „Finale“ weiter und zum einem glücklichen Ende. „Dies wäre unheimlich wichtig für unsere zukünftige Ausrichtung und der Fortführung unserer bislang sehr erfolgreichen Arbeit“, meinte Löhr. „Alles andere wäre ein Rückschlag, aber keine Katastrophe.“ mj