In einer packenden Handball-Begegnung rang die HG Oftersheim/Schwetzingen II ihren Badenliga-Konkurrenten und Tabellennachbarn  HSV Hockenheim mit 29:24 (16:13) nieder. Doch während es auf dem Parkett teilweise dem Derby angemessen knisterte, waren die Ränge der Oftersheimer Karl-Frei-Halle weitgehend verwaist. Das aktuelle Mittelfeldgeplänkel hatte im Vergleich zu früheren Ausgaben dieses Lokalduells nicht mehr die ganz großen Massen angelockt.

Auf dem Feld starteten dessen ungeachtet zunächst beide Teams mit einem Offensivspektakel ohne jeglichen Ballgewinn. Oftersheim/Schwetzingens Coach Mathias Polifka hatte dabei eine extrem junge Startaufstellung gewählt. Rechtsaußen Adrian Wiegand war mit seinen 21-einhalb Jahren ältester HG-Akteur auf dem Feld. Aber bei einer ersten Unterzahl gewann zunächst der Gast dann sogar ein wenig die Oberhand, ohne in der Lage zu sein, die Partie zu kontrollieren. Unermüdlich justierte Polifka an der einen oder anderen Stellschraube bei seinem Team nach, welches zunehmend besser in Schwung kommen sollte. Und schon vor der Pause drückte das Heimteam der Partie seinen Stempel auf und ging mit kleinem Vorsprung in die Kabinen.

Schon bis dahin zeigte sich, dass der Hausherr in Torwart Marius Gabel einen souveränen Rückhalt hatte. HSV-Keeper David Rojban bekam auf der Gegenseite dafür für seine teilweise unsportlichen Aktionen einen ärgerlichen Ball nach dem anderen eingeschenkt. Gabel sollte die Partie dann in der zweiten Hälfte auch dominant mit entscheiden. Nachdem seine Vorderleute ihren Vorsprung längere Zeit gewahrt hatten, wurde es nach Auslassen einiger guter Möglichkeiten, wieder etwas spannend (22:21). Der Nachwuchskeeper, der in der ersten Mannschaft der HG (noch) im Schatten von Daniel Unser steht, lief nun zur Glanzform auf. Erst parierte erst einen nunmehr dritte Konter, dann fischte er reihenweise einen freien Ball nach dem anderen heraus – insgesamt sieben in Folge. Seine Kollegen dankten es ihm in Person von Valentin Demel, Alexander Leibnitz und Christoph Lahme. Die sorgten mit dem 26:21 für die Vorentscheidung.

Stimmen:

Mathias Polifka, Coach HG Oftersheim/Schwetzingen II: „Ich denke, man hat gesehen das meine Mannschaft von Anfang an den nötigen Biss und Kampfgeist gezeigt hat, den es braucht, um ein Derby zu gewinnen. Wir hatten in der ersten Halbzeit in der Abwehr lediglich Probleme mit den Würfen aus der zweiten Reihe. Da haben wir uns nicht frühzeitigt aus dem Deckungsverband gelös. Im Angriff haben wir viele gute Lösungen gegen die offensive Abwehr gefunden, wenn wir geduldig gespielt haben. Wir konnten uns aber, durch die eine oder andere Chance, die wir liegen gelassen haben, nicht absetzen. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann in der Abwehr besser gemacht, aber im Angriff hatten wir eine kleine Schwächephase, in der wir ein paar Fehler zuviel gemacht haben. Letztlich brachten uns Marius Gabel mit seiner starken Phase den nötigen Rückhalt und im Angriff eine solide Leistung auf die Siegerstraße.“

Daniel Müller, Trainer HSV Hockenheim: „Ich kann mir einfach unseren Blackout vor dem gegnerischen Tor nicht erklären. Wir lassen derzeit die besten Möglichkeiten aus und werden prompt bestraft. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen in den jetzt noch folgenden fünf Meisterschaftsspielen unbedingt wieder die Kurve kriegen.“

HG: Gabel, Herb; Geisler (4), Lux, Fink (2), Fendrich, Dexheimer (7/6), Demel (5), Wiegand (2), Leibnitz (4), Lahme (4), Hakic, Hahne (1).