Unbestritten einen Auswärtscoup landete die HG Oftersheim/Schwetzingen II beim Vierten der Handball-Badenliga, ihrem Pendant von der SG Pforzheim/Eutingen. Mit 23:21 (11:13) trugen die Kurpfälzer den Sieg davon.

Unbestritten bleibt auch, dass es ein Erfolg des Kollektivs war, aus dem aber ein Mann stark herausragte. Die Hoffnungen auf Zählbares waren im Vorfeld nicht allzu groß, war die Truppe doch alles andere als vollzählig, musste zum Beispiel Valentin Demel und Torwart Max Herb an die „Erste“ abgeben. Auch Keeper Benjamin Gärtner fehlte. So sprang Benjamin Sartorius in die Bresche und wuchs zeitweilig über sich hinaus.

Schon der Auftakt könnte als gelungen bezeichnet werden. „Wir waren heiß auf das Spiel“, meinte Kapitän Christoph Lahme. „Durch unsere im Training einstudierten Dinge hatten wir klar die Oberhand.“ Jan Dexheimer verrichtete auf der Eins in der Deckung einen Superjob, ließ Alexander Bossert auf der Mitte kaum zur Entfaltung kommen, störte auch den jeweiligen Halblinken, der kaum in optimale Wurfposition kam. Doch schnell kam es wieder zu „klassischen“ Aussetzern bei Oftersheim/Schwetzingen. Die Deckung ließ sich rauslocken, wurde zu offensiv. Kreisläufer und Einläufer agierten ohne Kontakt hinter der HG-Defensive (10:5). Gleichzeitig wurde das Angriffsspiel zu statistisch. „Keiner bewegte sich mehr vor der Ballannahme und wir ließen uns immer weiter von der offensiv agierenden 3:2:1-Jugoformation nach hinten drängen“, haderte Spielmacher Lahme im Rückblick.

HG-Trainer Mathias Polifka stellte seine Deckung auf 6:0 mit Jannik Geisler und Lahme im Innenblock um. Pforzheim/Eutingen fühlte sich nun animiert, sich teilweise recht frei Würfe aus dem Rückraum zu nehmen. Es schlug die Stunde von Sartorius. Ballgewinne und auch schnelles Umschalten nach Gegentreffern, führten zu Kontern und Erfolgen aus der Zweiten Welle oder über den Kreis mit Geisler – das Ergebnis zur Pause schien wieder erträglich.

Nach dem Seitenwechsel sorgten Lahme, Geisler und Hamza Hakic in nur 90 Sekunden bei Überzahl für den Ausgleich, auch weil Dexheimer Bossert völlig neutralisierte und Bälle stibitzte. Kopf-an-Kopf ging es bis zum 19:18. (45.). Die Schlussviertelstunde gehörte dann fast ausschließlich dem Gast – und eben Sartorius, der nur noch zweimal hinter sich greifen musste. Willi Fink markierte nach perfekt durchgespielter Zweiter Welle den wiederholten Ausgleich, Alexander Leibnitz von rechts hinten und Dexheimer von außen legten nach. Lahme und Adrian Wiegand fuhren die Beute dann endgültig ein (20:23) und auch die letzten dreieinhalb Minuten wurden fast unbeschadet überstanden.

Trainer Mathias Polifka zog nach der Partie ein gemischtes Fazit: "Wir haben uns zu Beginn des Spiels im Angriff mit der offensiven Abwehr von Pforzheim/Eutingen schwer getan. Ebenso hat unsere 5:1-Abwehr nicht den Effekt gebracht, den wir uns gewünscht haben. Trotzdem gestalteten wir das Spiel ausgeglichen. Wir haben dann aber Mitte der ersten Halbzeit ein paar Fehler zu viel im Angriff gemacht und in der Abwehr fehlte der letzte Biss, wodurch sich ein Rückstand ergab. Wir haben dann die Abwehr auf 6:0 umgestellt, wodurch wir wieder mehr Kompaktheit hatten und uns so Stück für Stück heran gearbeitet haben. Nach der Halbzeit verlief das Spiel auf Augenhöhe, wir setzten uns letztlich etwas ab und hatten dann auch zum Ende das Glück des Tüchtigen, dass die SG viele Pfostentreffer hatte und ein paar Freie liegen ließ und wir unsso über die Zeit retteten. Es war kein besonders gutes Spiel von uns, aber über den Kampf sind wir letztlich belohnt worden."

HG: Sartorius; Lahme (5), Geissler (3), Fellhauer, Lux, Fink (2), Fendrich, Dexheimer (4), Wiegand (4/1), Leibnitz (3), Hakic (1), Hahne (1). mj