Plankstadt und HG II spielen 28:28 (13:13)

Die handballfreie Winterzeit ist – zumindest teilweise – in der Badenliga überwunden. Im Kellerduell zwischen der TSG Eintracht Plankstadt und der zweiten Vertretung des Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen vor gut 300 Zuschauern (darunter zahlreiche Trainer- und Schiedsrichterprominenz) ging es phasenweise hoch her und am Ende trennten sich die beiden nachbarschaftlichen Kontrahenten mehr oder weniger gerecht und friedlich 28:28 (13:13).

Dabei hilft der eine Zähler den Gästen mehr, als Plankstadt, das als Vorletzter auf die volle Ausbeute schon fast angewiesen zu sein scheint. Bereits im Vorfeld war klar, dass die Enttäuschung beim Unterlegenen riesig sein würde. So war keinem der beiden Teams nach Abpfiff nach Feiern zumute.

Die beiden Plankstadter Björns auf den Flügeln, Skade erst von rechts, dann Koffemann von links testen HG-Keeper Marius Gabel gleich in der ersten Minute und scheiterten. Andrè Treiber auf der Gegenseite parierte im Gegenzug Rückraumwürfe von Christoph Lahme und Alexander Leibnitz. Dies zeigte schnell auf, dass diese Auseinandersetzung eine zähe Sache werden sollte.

Letztlich sollten aber nicht allein die Defensivleistungen den Ausgang der Partie entschieden, sondern Fehler in den Angriffsbemühungen verhinderten, dass sich eine der beiden Seiten einmal hätte deutlicher absetzen können. Die Spielfolge unterstreicht dies recht eindrucksvoll. „Scheiß technische Fehler“, platzte es dann auch einmal aus HG-Rechtsaußen Adrian Wiegand heraus, als wieder einmal ein Ball seiner Mannschaft in guter Ausgangsposition verloren gegangen war. Allein zehn dieser Missgeschicke produzierte der Gast in Durchgang 2.

Plankstadts größte Chance, das Match für sich in die vorentscheidende Richtung zu drehen, bestand Mitte der zweiten Halbzeit. Der Hausherr lag 17:20 im Hintertreffen, glich aber postwendend mit Kontern aus. Einen weiteren Tempogegenstoß verhinderte HG-Kapitän Christoph Lahme zu energisch und sah dafür entsprechend Rot. Den fälligen Siebenmeter parierte aber Maximilian Herb. Kaum wieder gleichzählig – der TSG Eintracht gelang nur ein Treffer in dieser Zeit – vermochte sich Plankstadt auch in einer Phase doppelter Überzahl, nicht abzusetzen, da Valentin Demel ein Unterzahltor gelang (22:21).

Dramatisch dann der Schlussakkord: HG-Coach Matthias Polifka setzte den siebten Feldspieler ein und Demel traf erneut. Plankstadt scheiterte trotz einer Balleroberung zweifach hintereinander, bevor sechs Sekunden vor Ende sein Vize-Mannschaftsführer Bastian Konietzny HG-Linksaußen Jan Dexheimer am Kreis zu hart foulte und ebenfalls mit Rot den Platz verlassen musste. Mit dem dazugehörigen Siebenmeter rettete Wiegand der HG noch den einen Zähler.

 

Stenogramm

TSG E: Kaiser, Treiber; Konietzny (1), Skade (2/2), Maier (1), J. Bastel, Koffemann (3), N. Großhans (3), A. Schöffel (8), Stadler (2/1), Denne (6), Kemptner (2), N. Schöffel, R. Verclas.

HG: Gabel, Herb; Geisler (3), Lux, Fink (3), Fendrich (1), Dexheimer, Demel (8), Wiegand (3/2), Leibnitz (7), Lahme (3), Hahne.

Zeitstrafen: 4:12 Minuten.

Disqualifikationen: Lahme (HG/41:19.), Konietzny (TSG E/59:56), beide grobes Foulspiel.

Zuschauer: 300.

 

Trainer-Stimmen

Niels Eichhorn (Plankstadt): Nach dem großen Vorsprung der HG, haben wir uns bis zur Halbzeit wieder engagiert herangearbeitet. Aber unsere Chancenverwertung war heute einfach nicht gut. Am Ende haben wir dann die notwendige Ruhe vermissen lassen, um den Big Point zur Drei-Tore-Führung zu landen. Dennoch gehen wir positiv aus dem Derby. Wir ziehen daraus Selbstvertrauen und werden gegen Bretten erneut alles Verfügbare aufbieten.

Matthias Polifka (Oftersheim/Schwetzingen): Es war ein typisches Derby. Wir durften uns zu keiner Zeit sicher sein, auch wenn wir mal drei, vier Tore wie beim 5:9 vorne lagen. Die Vorsprünge waren nach zwei, drei missratenen Aktionen von uns schnell wieder aufgebraucht, alles wieder auf null gestellt. Es blieb immer eine enge Geschichte. Letztendlich war es für uns ein glücklicher Punkt, weil Plankstadt bereits 28:26 geführt hatte. Vom gesamten Spielverlauf her gesehen, hätten wir den zweiten Punkt aber mehr verdient gehabt.