Was anfänglich nach einer deutlichen Geschichte aussah, entwickelte sich zum Handballkrimi. Doch letztlich blieb die HG Oftersheim/Schwetzingen zum dritten Mal in Folge unbezwungen und krallt sich damit vorerst im Mittelfeld der Badenliga fest.

Sie rang den TV Friedrichsfeld, dem höhere Ambitionen nachgesagt werden, in einem packenden Fight vor prächtiger Kulisse mit 23:21 (14:10) nieder. Das war auch mit ein Verdienst des wegen unerwarteter Ausfälle nachnominierten Hamza Hakic, der als Trumpf in den letzten drei Minuten stach.

So einen Alarm hatte die Karl-Frei-Halle schon lange nicht mehr gesehen und gehört. Zahlreiche TVF-Anhänger hatten sich auf der Tribüne breitgemacht. Nicht nur Trommeln befanden sich in ihrem Gepäck, auch ein eigener Hallensprecher mit Verstärker und Einspielmusik war dabei. Somit war auf den Rängen kein Pari mehr zu erreichen, dafür klingelten die Kasse und die Ohren. Trainer Matthias Polifka forderte deshalb vor Anpfiff von seinen Leuten: „Geht raus und zeigt denen, wer Herr im Haus ist.“ Worte die auf äußerst fruchtbaren Boden fielen. 4:0, 7:2 wurde dem Favoriten zunächst vor die Brust geklopft, Marken an denen er lange zu knabbern hatte. Die Deckung erzwang einen Ballverlust nach dem anderen und Torwart Maximilian Herb hielt seinen Kasten meist sauber.

Danach wurde der Vorsprung in diesem Rahmen bis nach der Pause verwaltet (16:11), obwohl der solide Mittelblock der Vorwoche gesprengt wurde. Nach zweiter Zeitstrafe von Jannik Geisler (18.) musste Christoph Lahme auf seinen eingespielten Partner verzichten und Florian Siegle rückte an seine Seite. Und eigentlich hätte der Gast dann sogar distanziert werden müssen. Zwei aufeinander folgende Überzahlzeiten brachten stattdessen aber das 17:17 (44.). Seite an Seite ging es der Endphase entgegen. Ab dem 20:20 (51.) regierten fast nur noch die Deckungsreihen. Lob gab es von Friedrichsfelder Seite, die HG-Defensive hätte sich dabei in „überragender Forme präsentiert“, sei abgezockter. Doch Treffer wollten zunächst keine fallen.

Hakic eiskalt

Letztlich avancierte der gerade eingewechselte Hakic bei seinem Comeback und Debüt als Joker mit einem Drei-Minuten-Einsatz zum Matchwinner. Er traf eiskalt von Linksaußen zum 21:20 (58.) und trat ohne Nervenflattern in der Schlussminute zum Strafwurf an: 22:10 – die Partie war gelaufen. Jetzt fährt sie als Sechster zum HSV Hockenheim (Sonntag, 17.30 Uhr) – und der ist aktuell Viertletzter, die ursprünglichen Rollen sind gänzlich vertauscht.

 

HG: Herb, Satorius; Leibnitz (2), Lahme (4), Geisler (3), Siegel (3), Ziegler, Fink (1), Fendrich (8/3), Dexheimer, Wiegand, Hakic (2), Olbert, Hahne.  mj