Am Vorabend war im Rahmen der Jahreshauptversammlung der HG Oftersheim/Schwetzingen beschlossen worden, sich darum zu bewerben. Und am folgenden Vormittag (gestern) meldete das zuständige Vorstandsmitglied Jochen Kühnle nach Rücksprache mit der Handball-Bundesliga (HBL) und dem dort ansässigen Spielleiter Andreas Wäschenbach bereits Vollzug. „Wir werden das ‚First-Four‘, die erste Runde im deutschen Handball-Pokal-Wettbewerb ausrichten.“

In diesem Jahr hatte nach kurzfristiger Änderung der rangniedrigste Verein das Erstzugriffsrecht auf  die Veranstaltung des Eingangsturniers. Die Austragung in dem seit 2015 gültigen Modus (wird nächstes Jahr erneut stark abgeändert) hatte nicht überall zu überragendem Zuschauerzuspruch geführt, ein gewisses finanzielles Risiko geht mit solch einer Veranstaltung unbestreitbar einher. Doch die vorletzte Runde der öffentlichen Ziehung bescherte der HG wahre Glücklose. Erstliga-Aufsteiger TSG Friesenheim ist der attraktive Gegner Oftersheim/Schwetzingens in dem einen Halbfinale aus beinahe unmittelbarer Nachbarschaft. Das zweite bestreiten mit MT Melsungen ein etablierter Bundesligist und dem TV Neuhausen ein Zweitliga-Absteiger und zukünftiger Drittliga-Kontrahent der HG.

Selbstverständlich dürften die Wettquoten über ein Weiterkommen der Außenseiter äußerst dürftig sein. Aber geschenkt bekommen die Favoriten von Oftersheim/Schwetzingen und Neuhausen sicherlich aus nichts. HG-Coach Holger Löhr sieht das Duell mit Friesenheim deshalb auch ganz entspannt:“ Natürlich freuen wir uns sehr auf das Spiel. Ein richtig schöner Härtetest nur eine Woche vor Saisonbeginn.“ Die Handball-Fans dürften bei den „Eulen“ auch das eine oder andere bekannte Gesicht entdecken. Allen voran der Schwetzinger Kreisläufer Kai Dippe, der wie Pascal Durak zu Jugendzeiten das HG-Trikot trug. Ihr Trainer Benjamin Matschke ist ebenfalls kein Unbekannter. Im Zivilleben unterrichtet er als Diplom-Handelslehrer an der Schwetzinger Carl-Theodor-Schule.

Im Endspiel, in dem es um den Einzug ins Achtelfinale geht, sollten sich aller Wahrscheinlichkeit sich dann eben Friesenheim und Melsungen mit seinem Trainer Michael Roth gegenüber stehen. MT-Vorstand Axel Geerken gibt sich teilweise zurückhaltend: „Wir nehmen den Pokalwettbewerb stets sehr ernst und werden deshalb auch klassentiefere Gegner keinesfalls unterschätzen. Gegen Neuhausen haben wir bereits im vergangenen Jahr gespielt und sind nach einem ungefährdeten Sieg ins Achtelfinale eingezogen. Auch diesmal müssen wir uns zu unserer Favoritenrolle bekennen.“

Das Turnier steigt dann am Wochenende vom 19. (Halbfinale) und 20. (Finale) August. Über genauere Zeiten und Modalitäten wird die HG rechtzeitig informieren. mj