HG Oftersheim/Schwetzingen bezwingt SV Zweibrücken und feiert ausgiebig

„Was für eine großartige Saison.“ Es war wohl der meist genannte Satz, der nicht nur vom Vorsitzenden Peter Knapp im Foyer der Nordstadthalle zu hören war. Dort hatte die HG Oftersheim/Schwetzingen zuvor den SV Zweibrücken in einer Art Abnutzungsschlacht mit 28:25 (12:12) vor 500 Zuschauern bezwungen. Auch bedingt durch die Ergebnisse der Konkurrenz sprang dadurch ein sechster Abschlussrang in der Südstaffel der 3. Liga heraus – ein beachtliches Ergebnis für den Aufsteiger, das zweitbeste für einen Neuling in der Südstaffel seit deren Bestehen 2010.

Der Absteiger aus der Westpfalz machte den Hauherren aber fast wie erwartet das Leben sehr schwer. Seine Laufbereitschaft und seine Deckungsweise zwang den Gastgeber zu vielen Fehlern – zumindest im ersten Durchgang. Der SVZ verwarf aber auch einiges an Bällen, weil mit Marius Gabel ein hochkonzentrierter Mann zwischen den Pfosten stand und somit das Ergebnis torarm offenhielt. Gabel zeigte wie immer, dass er bereit steht, wenn Daniel Unser ausfällt. Bei ihm wurden unter der Woche Probleme am Meniskus festgestellt.

Erst nach dem 17:16 (38.) gab die HG nun eindeutiger die Richtung vor. Zweimal Simon Förch und Kai Rudolf nutzten eine Überzahlsituation gnadenlos aus. Dem wollten Kevin Körner, der Lino Messerschmidt elegant am Kreis bediente, und Alexander Sauer nicht nachstehen. Zweibrücken sah beim 23:17 (44.) wie der sichere Verlierer des Abends aus.

Doch mit einem Kempa meldete sich der Gast zurück und die HG wollte nicht mehr so richtig in Takt und Rhythmus finden – zumindest nicht zu jenem auf dem Handballfeld, im Foyer sah das später anders aus. So musste sie auf einmal den Anschlusstreffer hinnehmen. Beim 26:25 waren noch über drei Minuten zu absolvieren, die Partie drohte zu kippen, zumal Oftersheim/Schwetzingen im Zeitspiel gefangen schien. Nur ein Einwurf verblieb noch und sollte zum attraktivsten Spielzug des Abends gelingen, dem „Sauer-Kempa“. Alexander (Mister 100-Prozent ohne Fehlwurf von außen oder vergeigtem Strafwurf) warf den Ball scheinbar sinnlos über den Siebenmeterpunkt, doch sein Bruder Lukas kam von hinten mittendurchgestürmt, segelte im Luftraum über dem Sechs-Meter-Kreis und versenkte die Kugel. Förch machte mit einem seiner geniale Freiwürfe dann alles klar.

Apropos Förch: Der wurde hauchdünn vor seinen Kumpels Unser und Daniel Hideg „Spieler des Jahres“, gewählt von den Zuschauern in Zusammenarbeit mit der Schwetzinger Zeitung. Förch darf jetzt ein Wochenende in einem flotten Automobil genießen. Dieses Wahlergebnis wollte Trainer Martin Schnetz in seiner Abgangsrede so allerdings nicht hinnehmen, es eher boykottieren. „Mein Spieler des Jahres ist ein anderer, so sehr ich den Förche-Kalle schätze. Für mich ist es diese gesamte Mannschaft, dieser verschworene Haufen.“

Nicht nur Schnetz wurde „im emotionalsten Teil des Abends“ vom sportlichen Leiter Martin Schmitt verabschiedet, der damit ein Stück „HG-Trainergeschichte gehen sah. Es war eine unheimlich vertrauensvolle Zusammenarbeit, eine unglaublich geile Zeit“. Auch Jannis Fellhauer, der erst einmal eine Pause einlegen will, und Jannik Geisler (Viernheim) erhielten gebührende Worte, wünsche für ihren weiteren Weg und kleine Geschenke.

HG: Gabel, Herb; Messerschmidt (6), Rudolf (1), Förch (6), Barthelmeß, L. Sauer (2), Krämer, Lahme, Mehl (1), A. Sauer (8/2), Fendrich (2), Micke, Körner (2). mj