Mundenheim hatte freitags mit seinem Sieg über Nachbar Hochdorf vorgelegt. Das Renommee der wohl abgesteigenden Ludwigshafener bleibt gewahrt. Es war einer von nur zwei Heimsiegen des drittletzten Spieltages in der Südstaffel der 3. Liga. Neben zwei Remis, wovon das eine für erhöhte Spannung an der Tabellenspitze sorgt, setzte es vier teils überraschende, teils gar (für die Heimvereine) heftige Auswärtserfolge.

SG Pforzheim/Eutingen – SG Nußloch  22:22 (13:12)

Mit diesem Remis kommt die Pforzheim/Eutinger SG zwar nicht vom Relegationsplatz weg, hält aber Mundenheim noch auf etwas Distanz hinter sich. Und ein gewisser Dank aus Horkheim dürfte auch gewiss sein. Ansonsten war auf Gästeseite kaum einer von diesem SGN-Auftritt begeistert, der wenigstens nicht in einer Niederlage mündete. Lob kassierte dafür die Hausherren reihenweise, die kaum wie ein Absteiger gespielt hätten, hieß es.

HBW Balingen-Weilstetten II – TSB Horkheim 26:29 (14:12)

Mit dieser erst zweiten Heimniederlage im Spitzenspiel des Tages ist HBW aus dem Rennen, Horkheim bleibt (nun punktgleicher) letzter verbliebener Verfolger von Nußloch. Allerdings hat die SGN das Momentum des direkten Vergleichs gegenüber dem TSB für sich in Anspruch genommen. Großen Anteil hatte dabei Sebastian Heymann, der 15-fach traf. 18:16 und 21:20 hatte HBW noch geführt. „Aber in der Schlussphase waren wir einen Tick abgeklärter, effektiver und haben weniger Fehler gemacht“, urteilte TSB-Coach Jochen Zürn.

SV Zweibrücken – TGS Pforzheim 30:30 (14:13)

Der Gast (ausnahmsweise in kompletter Formation) brachte in der sonst ausgeglichenen Partie das Kunststück fertig, knapp eine halbe Minute vor Ende 30:28 zu führen – und musste dann doch noch die Punkteteilung hinnehmen. Philipp Hammann und Marc-Robin Eisel nutzten in doppelter Überzahl die letzten sich bietenden Strohhalme.

TVG Großsachsen – TSG Haßloch 22:28 (11:16)

Mit aggressiver Abwehr stürmte die TSG als erst zweite Mannschaft dieser Runde das Heimbollwerk des TVG. Der Grundstock dazu wurde in Hälfte 1 gelegt (2:9) und dabei sogar noch einiges an Möglichkeiten liegen gelassen.

VfL Pfullingen – SG Kronau/Östringen 27:28 (11:15)

Die Ansprüche – zumindest bei den Medien, aber wohl auch bei sich selbst – an den Ex-Bundesligisten sind hoch. So wurden die Pfullinger im Reutlinger Blätterwald regelrecht abgewatscht. „VfL lässt sich von A-Jugend vorführen“ und „Überrumpeltes Fernow-Team selten so konfus“ (Generalanzeiger) sowie „Heim-Blockade mit viel Frust“ (Reutlinger Nachrichten). Trainer Til Fernow sprach gar von „Sche . . . –Handball“, den seine Jungs über 11:18 bis zum  18:26 gezeigt hätten. Die Aufholjagd – gestützt auf den nun starken Simon Tölke – mit offensiver Deckung kam vielleicht etwas zu spät. Erst da wirkte der Gast mit sechs A-Jugendlichen, die erstmals in in seinen Reihen standen, verunsichert. Marvin Gerdon sicherte mit dem 26:28 den Sieg.

HG Oftersheim/Schwetzingen – TuS Fürstenfeldbruck 31:24 (14:12)

Nur anfänglich unterstützte die HG mit ihren technischen Fehlern den Gast in seinem Bemühen, im Spiel zu bleiben. Nach dem 9:10 übernahm aber die HG die Kontrolle. Während TuS-Trainer Martin Wild die Niederlage noch in der Schwetzinger Halle ohne „Wenn und Aber“ eingestand, hieß es tags darauf in der Süddeutschen Zeitung, es wäre nach seiner Meinung ein „etwas zu deutlicher Sieg“ gewesen. Letztendlich hatte dieses Mittelfeldgeplänkel aber keine großen Auswirkungen.

HC Oppenweiler/Backnang – SG Köndringen/Teningen 35:41 (12:21)

Es war das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage für die SG, die zur Hinrunde schon von manchem zu den Abstiegskandidaten gezählt wurde. Gestützt auf das Trio Jonathan Fischer (ein Fehlwurf), Felix Zipf und – natürlich – Pascal Bührer (zusammen 33 Tore,) wurde den Hausherren eine deprimierende Abreibung verpasst, die sie so sicher nicht erwartet hatten. Zeitweilig führte der Gast mit 14 Toren Differenz (15:29).

VTV Mundenheim – TV Hochdorf 27:25 (13:12)

Die VTV wahrten ihren Ruf und eine Minimalchance auf den Relegationsplatz. Der TVH dümpelt dafür weiterhin am Ende des breiten Mittelfeldes herum. Der Gast hatte sich zuvor mit sofortiger Wirkung von Rückraumakteur Christopher Klee getrennt. Mann des Abends war Mundenheims Tim Doppler, der eine halbe Minute vor Ende das 26:26 mit einer Parade verhinderte. Im Gegenzug setzte Matthias Scheuerer den Siegtreffer. Ansonsten war eher Kampf Trumpf in diesem Derby als spielerische Raffinesse. Dem TVH gingen dabei zunehmend die Spieler aus (Niklas Schwenzer Nasenbeinbruch, Nikola Sorda und Daniel Laninger je drei Hinausstellungen). mj