Über den nächsten Gegner der HG Oftersheim/Schwetzingen ist nicht nur in sportlicher, handballerischer Hinsicht viel geschrieben worden, sondern es wurde auch vor Schieds-, Bundes- und Zivilgericht gestritten. Der TuS Fürstenfeldbruck geriet nach 13 Punkten Abzug in der Südstaffel der 3. Liga zunächst noch in Abstiegsgefahr. Ohne diese Bestrafung wegen eines Spielers ohne gültige Starterlaubnis für die Bayern, wären sie derzeit auf Rang 4 – punktgleich mit der TGS Pforzheim.

„Der Punktabzug ist ärgerlich. Da sind Fehler auf Vereinsseite passiert, die nicht hätten sein dürfen. Aber ich bin mir sicher, dass man die richtigen Konsequenzen ziehen wird“, äußerte sich TuS-Spieler Marcus Hoffmann gegenüber dem Münchner Merkur. Aus der Umklammerung des drohenden Abstiegs hat sich der letztjährige Vizemeister der Oststaffel inzwischen mit einem Sieg über Großsachsen befreit. Theoretisch wäre sogar noch das Erreichen des DHB-Pokals möglich. Nach aktuellem Stand würde der achte Platz für die Qualifikation zu diesem Wettbewerb ausreichen. Dies ist genau jene Position, die der Hausherr derzeit einnimmt und am Sonntag (16.30 Uhr) unter allen Umständen verteidigen möchte. Doch sein Gast hat sich bislang in der Fremde gut geschlagen, steht in der unbereinigten Auswärtsbilanz auf Platz 3 (gleichauf mit Nußloch und Horkheim bei je 14:12 Zählern).

Die HG nimmt diese Herausforderung aber gerne an – und will sie bestehen. Doch dazu wäre es Coach Martin Schnetz ganz recht, wenn sich einige Spieler zum Abschlusstraining wieder zur Mannschaft gesellen würden. Denn über Ostern hatten sich etliche krank gemeldet, eine Infektion ging durch die Reihen der Jungs, manchmal im Teamsport einfach unvermeidlich. „Einerseits fehlen uns derzeit aufgrund von Krankheit und/oder diverser Blessuren immer mindestens drei Spieler in jeder Übungseinheit, was beim ohnehin mittlerweile dünnen Kader von 13 Leuten ein vernünftiges Training sehr schwierig macht“, klagt Schnetz ein wenig und relativiert: „Dementsprechend war unsere Performance in der Rückrunde mit positiven Ausnahmen (Nußloch, Balingen) doch eher bescheiden. Zudem kommt mit Fürstenfeldbruck eine absolute Topmannschaft zu uns.“ Im Vollbesitz ihrer Kräfte sollte die HG durchaus in der Lage sein, Paroli zu bieten. Schließlich haben bis auf Großsachsen, alle vorne platzierten Teams in der Nordstadthalle Federn lassen müssen.

An die Grenzen gehen

Auch der scheidende Chef-Coach bleibt optimistisch: „Es besteht allerdings noch Hoffnung, bis zum Sonntag wieder auf einen schlagkräftigen Kader zurückgreifen zu können. Vor eigener Kulisse erwarten wir auch, trotz des sicheren Klassenerhalts, dass jeder im Team an seine Grenzen geht. Dennoch gelten wir auch hier so gesehen wieder als krasser Außenseiter.“

Die Bayern sind, wie im Hinspiel schon bekannt geworden, recht flink auf den Füßen. Dies zeigt sich nicht nur bei ihren Schnellangriffen. „Gegen die offensive Deckung von FFB steht uns sicher eine schwere Aufgabe bevor“, erwartet Schnetz deshalb. „Wenn aber unser Team mit Hilfe des Publikums über sich hinauswächst, liegt eine weitere Überraschung durchaus im Bereich des Möglichen“, setzt er auch auf den Rückhalt des Publikums. Denn schließlich wolle sein Team immer noch sein mittlerweile zweites gestecktes Ziel, die 30-Punkte-Marke, erreichen. „Dafür wird die Mannschaft  die letzten drei Spiele nochmals alle Reserven mobilisieren“, verspricht er. Aktuell fehlen der HG dazu nur noch drei Zähler, zwei wären dieses Wochenende zu verteilen.