Sollte das von Trainer Martin Schnetz vergebene erweiterte Ziel von 30 Punkten sich in den letzten drei Handballspielen beim Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen realisieren lassen, wäre eine Qualifikation für den DHB-Pokal im Rahmen des Möglichen. Vor dem morgigen Spiel gegen Fürstenfeldbruck (16.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen) bezieht HG-Vorsitzender Peter Knapp zu diesem Thema Stellung, liefert aber auch seine persönliche Saisonbilanz.

Was hat Ihnen diese Saison gefallen?

Peter Knapp: „Gefallen“ wäre nicht der adäquate Ausdruck – ich bin begeistert! Wie diese junge Truppe sich in die 3. Liga reingekämpft hat, hat ja nicht nur mich überrascht. Und dass dies keineswegs normal ist, kann man ja am Beispiel von Pforzheim/Eutingen sehen: Letztes Jahr mit uns auf Augenhöhe, und jetzt wohl in der Abstiegsrelegation. Ganz besonders freue ich mich für Martin Schnetz. Nach jahrelanger, erfolgreicher Arbeit bei der HG, hat er sich so einen Abschluss redlich verdient. Und stolz bin ich auf unsere sportliche Leitung. Mit Akribie und Konsequenz wurde die Nachfolge – rechtzeitig und optimal – geregelt.

Was war eher nicht nach Ihrem Geschmack?

Knapp: Einen Wermutstropfen sehe ich in der Zuschauer-Resonanz. Sie ist zwar gestiegen, was aber mehr an den Lokal-Derbys und den mitgereisten Gästen liegt. Man kann halt nicht jedes Wochenende ein „Endspiel gegen Neuhausen auf den Fildern“ haben. Hätten wir nicht so viele großartige Sponsoren, wäre die Landesliga unsere Kragenweite.

Was meinen Sie zu der Aussicht, dass das Team eventuell noch die Qualifikation zum DHB-Pokal schafft?

Knapp: Die HGler kennen meine eher kritische Einstellung zum Pokal. In den Jahren meiner Verantwortung ist das finanzielle Resultat negativ (fünfstellig) ausgefallen. Aber ganz klar – wenn die Jungs das packen, freuen wir uns über den sportlichen Erfolg und unterstützen ihn bedingungslos – bis zum Endspiel in Hamburg.

Wird die 3. Liga mittelfristig ein „Dauerzustand“ oder könnte die HG zur „Fahrstuhlmannschaft mutieren? Wäre das ein Problem?

Knapp: Bei der Ausgeglichenheit der Klasse und mit unseren Rahmenbedingungen ist ein Klassenerhalt nicht „sicher planbar“. Verletzungspech kann schnell alle Pläne zunichtemachen. Natürlich steht es außer Frage, dass die Konstellation 3. Liga plus Badenliga für uns ideal wäre. Und ich bin optimistisch. Denn in unseren Teams und in unserer Jugendarbeit haben wir ja noch weiteres Entwicklungspotential. Aufgrund der jahrelangen Erfahrungen wissen wir aber auch, dass nachhaltiger sportlicher Erfolg nicht allein von den sportlichen Gegebenheiten im Verein abhängt. Die Führung und das Umfeld müssen genau so stimmen. Und in diesem Punkt bin ich mal vollmundig: Da müssen wir uns vor keinem Drittligisten verstecken! Im Übrigen werden wir auch künftig unser jahrelanges Ziel verfolgen, auf der Basis einer hervorragenden Jugendarbeit so gut und hochklassig wie möglich zu spielen. mj

 

Hintergrund: Modus DHB-Pokal 2017/18

Verantwortlich für die Durchführung ist die Handball-Bundesliga (HBL). Der Deutsche Handball-Bund (DHB) meldet nur die Mannschaften aus seinem Bereich.

Teilnahmeberechtigt (maßgeblich ist die Saison 2016/17) am DHB-Pokalwettbewerb sind alle Bundesligisten und 24 Drittligisten. Dies wären die ersten sechs jeder Staffel. Hinzu kommen die beiden Finalisten des Amateurpokals Bad Blankenburg und Spenge.

Zweite Mannschaften eines Bundesligisten dürfen nicht starten. Deshalb würde im Süden aktuell Rang 8 zur Qualifikation reichen.

Die Teilnahme ist verpflichtend. Ablehnung oder ein späterer Rückzug werden mit Geldbußen oder gar Ersatzzahlungen an die Gegner geahndet.

Spieltermin der ersten Runde ist das Wochenende 19./20. August. Nach geographischen Gesichtspunkten wird dabei das Teilnehmerfeld in zwei Gruppen (Nord/Süd) geteilt, die 16 Vierer-Turniere austragen.

Turnierausrichter sind Zweiligisten (Platz 1 bis 16), die jeweils mindestens einen Erstligisten der ersten 16 und zwei weitere Starter zugelost bekommen.

Die Eintrittspreise betragen mindestens 15 Euro (Stehplatz) oder 20 Euro Sitzplatz.         mj