HG kann mit Remis gegen „SG Bührer“ gut leben

Mit einem Unentschieden nach einer Partie voller taktischer Geschichten trennten sich die Handball-Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen und SG Köndringen/Teningen. Das 29:29 (14:16) brachte den Gastgeber ein Stückchen näher an das anvisierte Ziel von 30 Punkten bis zum Rundenende. Allerdings musste sie gleichzeitig ihren sechsten Platz räumen, den sie seit Mitte November inne hatte.

Das Positive daran war auf jeden Fall, dass die HG – im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen – keinerlei totalen Einbruch zu verzeichnen hatte, über 60 Minuten mit am Ball blieb, immer auf der Höhe des Geschehens war. „Wenn wir nach dem 26:25 gleich noch einen weiteren Treffer setzen, gewinnen wir möglicherweise“, meinte Oftersheim/Schwetzingens Coach Martin Schnetz. Er räumte aber auch ein: „Wir dürfen uns nicht beklagen, da die SG lange in Führung gewesen war. Kevin machte das Ding zum Glück noch rein.“

Denn der Spannungsbogen blieb bis zum Abpfiff extrem gespannt – mit Vorteil für die Südbadener (26:27, 28:29). Es war noch weniger als eine halbe Minute zu spielen, als Schnetz noch einmal seine Leute zusammenrief. Der treffsichere Alexander Sauer sollte von Linksaußen den finalen Nadelstich setzen. Doch der war Kevin Körner vorbehalten, der sich vehement auf Halblinks durchtankte und den letzten Gleichstand herausholte.

Gleich zum Auftakt war dem starken SG-Rückraumakteur Pascal Bührer (9/4) eine Manndeckung verpasst worden. Sein Trainer Ole Andersen reagiert darauf sofort mit dem siebten Feldspieler für seinen gut parierenden Keeper Dino Spiranec, zog dieses Spielchen bis zum Ende konsequent durch. Doch die „SG Bührer“ (diese Bezeichnung geistert seit neustem durch die Medien) besteht nicht nur aus Topscorer Pascal. Auf der rechten Seite wirbelt noch Kapitän Felix Zipf (10). „Wir waren auf die starke Achse Bührer-Zipf vorbereitet“, meinte Schnetz, „aber konnten wir nicht beide mannnehmen. Auch das Spiel mit dem siebten Mann haben wir erwartet.“ Dass die HG dann zur Pause hinten lag, lag auch daran, dass sie bis dahin viermal den leeren Kasten nicht traf und auch insgesamt mit Latten- und Pfostenknallern haderte. Doch präzise Würfe waren notwendig, da Spiranec perfekt auf das Wurfbild von Simon Förch und Daniel Hideg eingestellt war, die Kreisläufer meist gut abgeschirmt waren. So monierte Schnetz zu recht, dass die Quote erfolgreicher Schnellangriffe zu schlecht gewesen sein.

Förchs Zeit kam dann in Hälfte 2, als er sein Team fast im Alleingang  am Leben erhielt. So gingen die Treffer 18 bis 21 auf sein Konto(41. Bis 45.). Er forderte wenig später den Ball und warf zu den Führungen bei 25:24 und 26:25 (53.) ein, sorgte für den vorletzten Gleichstand beim 28:28 (59.).

Auch bei den Gästen war die Missstimmung über den verlorenen Punkt schnell verraucht. So hatte sich Andersen etwas aufgeregt, als sein Torwart einen Ball von Hideg – nach angesagtem Spielzug von Co-Trainer Frederik Fehrenbach – zum 27:27 (58.) durchrutschen ließ. „Wir wussten doch, dass er da kurz tief wirft.“ Aber letztlich überwog die Freude, den Klassenerhalt nun endgültig gesichert zu haben. „Außerdem“, betonte Andersen, „sind wir stolz hier etwas geholt zu haben, denn Oftersheim/Schwetzingen ist zuhause eine Macht“.

HG: Unser, Gabel; Messerschmidt (2), Rudolf (1), Förch (9), Barthelmeß, L. Sauer (2), Krämer (2), Lahme, Mehl, A. Sauer (5/1), Micke (1), Körner (1), Hideg (6/2).