Die beteiligten Protagonisten der HG Oftersheim/Schwetzingen haben scheinbar ihre Lehren aus dem misslungenen Auftritt beim TVG Großsachsen gezogen. „Die Mannschaft war in der Abwehr nicht wiederzuerkennen,“ spendete Trainer Martin Schnetz seinen Drittliga-Handballern Lob und sparte diesmal mit jeglicher Kritik.

Sie hatten gerade bei der SG Kronau/Östringen II einen absolut verdienten und eindeutigen 26:22 (15:12)-Sieg errungen. Und da dieser Erfolg eine fast durchgängige Führung (außer beim 4:4) beinhaltete, und diese nur selten ein wenig wackelte, sah Schnetz den doppelten Punktgewinn auch als „verdient“ an, wobei ihm keiner widersprach. Er war stolz auf das Team, das damit etwas gut gemacht habe.

Eigentlich wussten wohl beide Seiten, dass es in diesem nachbarschaftlichem Treffen nicht nur um Kontaktpflege ging, auch wenn die vor und nach dem Match intensiv betrieben wurde. „Den Spielern mit Kronau/Östringer Vergangenheit in meinem Team dürfte dies wohl eine zusätzliche Motivation gewesen sein“, vermutete Schnetz. Der Gastgeber hatte deshalb extra Michel Abt aus dem Bundesliga-Kader der ersten Mannschaft in seine Reihen beordert. Dieser testete gleich mal wenig Sekunden nach Anpfiff mit einem Wurf von halblinks HG-Torhüter Daniel Unser. Eine Probe, welches Unser glänzend (später noch mehrfach) bestand.

Aber nicht nur der allseits präsente HG-Keeper wusste zu gefallen. Herausstachen auch wieder einmal Simon Förch, Daniel Hideg und Adrian Fritsch. Doch obwohl diese besonders ins Auge fielen, hob Schnetz die „Mannschaftsleistung in der Abwehr“ hervor. Neben einer „Steigerung im Angriffsgeschehen mit hoher Trefferquote“, sei dies der Schlüssel zum Sieg gewesen. „Wir sind körperlicher zur Sache gegangen, unsere Körpersprache hat gestimmt.“ Und Abpraller gab es, dank 24 Paraden von Unser und einigen Lattenknallern auch wieder reichlich, aber die wurden zu 100 Prozent von der HG-Defensive einkassiert und weiterverwertet.

Nach der Pause versuchte SG-Coach Sandro Catak es mit offensiveren Deckungsvarianten. „Da sind wir zwar leicht ins Schwimmen gekommen, haben aber die Nerven heute bewahrt“, blickte Schnetz zurück. Doch richtig in Gefahr geriet der Gast nicht. Auch wenn es ein zähes Ringen um jeden Meter Boden wurde, baute er seinen Vorsprung sogar aus (16:21). Catak schimpfte mit seinen Leuten in einer Auszeit, verzichtete auf taktische Anweisungen, ihm fehlte die Spannung, so könnten sie nicht gewinnen. Anschließend erhöhten Förch und Fritsch auf 23:16 (49.) für die HG. „Meine Jungs haben wohl nicht gemerkt, um was es geht“, hakte Catak später noch nach: „Sie haben unsere Tormänner im Stich gelassen. Förch und Hideg hätten heute dabei sogar aus der Kabine getroffen und vorne haben wir die Bälle weggeworfen, werfen ständig halbhoch und tief gegen Unser.“ Und dies sei ja anders abgesprochen gewesen. Er bewunderte dafür die Abgezocktheit von Oftersheim/Schwetzingen, das bis zum finalen Pass ins Zeitspiel hinein weitermachte und dann noch traf.

HG: Gabel, Unser; Messerschmidt (1), Rudolf, Förch (12), Gartner, L. Sauer (1), Krämer, Fritsch (5), Geisler, Mehl, Seyfried, Micke, Körner, Hideg (7).

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