Die Paarungen des fünften Spieltages der 3. Liga Süd hatten doch einige interessante Begegnungen im Paket. Geht es rein nach der Tabelle, gab es gleich zwei Topbegegnungen. Die ersten vier Topteams waren völlig unter sich.

Hinzu kamen zwei Derbys (ein richtig enges und ein etwas weiteres) im kurpfälzischen Raum. Auch von anderen Spielen durfte man sich im Vorfeld einiges Versprechen. Ob es dabei grundlegende Überraschungen gab, liegt wohl im Auge des Betrachters. Auf jeden Fall hatte dieses Wochenende doch einiges zu bieten. Während die SG Nußloch ihren ersten Zähler abgeben musste und nun gemeinsam mit TuS Fürstenfeldbruck die Tabellenspitze ziert, sammelte die SG Kronau/Östringen II ihre ersten beiden Punkte ein.

TuS Fürstenfeldbruck - TGS Pforzheim 33:29 (21:17)

Im Spitzenduell Nummer 1 behauptete sich das Heimteam erneut, bleibt weiterhin unbezwungen. In der Kraft zehrenden und ziemlich umkämpften Partie wurde in der ersten Halbzeit ein wahres Torfestival abgefeuert. „Ein geiles Spiel“ entfuhr es auch Fürstenfeldbrucks Bürgermeister Erich Raff gegenüber dem Münchner Merkur, einer der 650 Zuschauer. Der zweite Durchgang lebte dann mehr von der Spannung, Pforzheim hatte sich auf 27:28 (52.) herangekämpft, wurde dann aber wieder – besonders von Sebastian Meinzer – distanziert. Bei der TGS machte sich wohl der Ausfall der beiden bisher erfolgreichsten Torjäger Martin Kienzle und Evgeni Prasolov negativ bemerkbar. Die „Brucker“ werden nun bei den anderen Pforzheimern vorstellig, der SG mit Eutingen.

TSB Horkheim – SG Nußloch 28:28 (13:13)

Vom Nußlocher Westrand des Kraichgaus, der badischen Bergstraße, bis hinter das idyllische Hügelland, auf die andere Neckarseite zur Horkheimer Stauwehrhalle sind es direkt keine 50 Kilometer. Entsprechend die Kulisse, SGN-Trainer Christian Job freute sich über die Unterstützung: „Das war für uns fast schon ein Heimspiel.“ Aber es nutzte nur teilweise. Mit 28:24 schien drei Minuten vor Toresschluss die Beute gesichert. Doch mit offener Manndeckung und in Überzahl sprang Horkheim in letzter Sekunde noch von der Schippe der Niederlage. Janik Zerweck landete in der Schlusssekunde den Ausgleichstreffer. Die SGN haderte dabei ein wenig mit den Schiedsrichtern, was aber nicht als Ausrede gelten sollte. Nußloch darf nun den Spitzenplatz gegen Oppenweiler/Backnang verteidigen.

SG Kronau/Östringen II – TV Hochdorf 32:24 (15:12)

Ungefähr genausoweit und einmal dabei über den Rhein geht es von Hochdorf nach Östringen in die Stadthalle. Und die sahen und hörten nach Abpfiff einen total erleichterten SG-Trainer Sandro Catak. Seine Abwehrumstellung auf ein 4:2, brachte letztlich den Erfolg, gestand auch Hochdorfs Coach Stefan Bullacher ein. Zuvor hatte sein Team optisch mehr Dominanz ausgestrahlt, ohne es in Zählbares wirklich umzumünzen. Der TVH probierte viel, vermochte es aber nicht, nachhaltig den SG-Riegel zu knacken.

TVG Großsachsen – HG Oftersheim/Schwetzingen 34:24 (16:10)

20 Kilometer, die absolute Nahdistanz des Wochenendes, da sind die Verknüpfungen auch personeller Natur schon recht eng. Trotz freundschaftlicher Atmosphäre ging es vor 600 Zuschauern recht ordentlich zur Sache, aber es taten sich wahre Abgründe zwischen der Leistung des Aufsteigers und der des etablierten Gastgebers auf. HG-Trainer Martin Schnetz versprach für den anstehenden Auftritt bei der SG Kronau/Östringen II, eine andere Mannschaft ins Rennen zu schicken. Dies meinte er weniger in personeller Hinsicht. Mit anderem Gesicht solle sie auftreten. Eine Woche hat er Zeit, dieses Unterfangen zu bewältigen. Großsachsen pausiert derweil ein Wochenende.

HC Oppenweiler/Backnang - SV Zweibrücken 27:25 (14:9)

Diese Partie hatte der HC O/B eigentlich schon im Sack (18:11, 23:18), konterte den Gegner aus. Dann drohten ihm die Punkte zu entgleiten (25:24, 26:25). Trainer Matthias Heineke will „die letzte Viertelstunde natürlich noch einmal in aller Ruhe Revue passieren lassen“, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Wie in der Vorwoche in Mundenheim machten es seine Leute erneut reichlich (und aus HC-Sicht sicherlich unnötig) spannend. SVZ-Übungsleiter Tony Henners kritisierte seine Jungs, ob ihrer oft an den Tag gelegten „laschen Art“, attestierte ihnen aber insgesamt eine Leistungssteigerung.

SG Pforzheim/Eutingen - HBW Balingen-Weilstetten II 31:32 (16:16)

Keine Partie für schwache Nerven – und von Seiten des unterlegenen Gastgebers gab es auch Unmut über die Schiedsrichterleistung. Die SG lag nach der Pause meist mit zwei bis fünf Toren im Hintertreffen, kam aber wieder heran. Ein finaler Wurf von Nicolai Gerstner bei seinem starken Comeback aus dem Verletzungsstand wurde von Balingens Keeper Mario Ruminsky neutralisiert. SG Köndringen/Teningen - TSG Haßloch 32:31 (15:14) Beide Teams hatten vor der Partie vier Punkte auf dem Konto. Mit ihrem dritten Sieg in Folge hat die SG jetzt scheinbar in die Runde gefunden. Haßloch bleibt dafür das dritte Mal hintereinander sieglos. Entscheidend war dabei wohl die kämpferische Einstellung der Hausherren, die mit ihrer spielerischen Leistung nicht unbedingt zufrieden waren. TSG-Coach Tobias Job haderte indes mit der Defensivleistung seiner Truppe, befand aber Einstellung und Kampfesbereitschaft als in Ordnung. So blieb es packend bis zum bitteren Ende, welches seiner Sichtweise nach auch den Unparteiischen geschuldet war. Er hätte ein Remis als gerecht empfunden.

VTV Mundenheim - VfL Pfullingen 25:34 (9:14)

Fast wie erwartet gerieten die Ludwigshafener schnell in Rückstand (4:11) und verloren letztlich klar. – Klassentauglichkeit sieht anders aus. Jetzt folgt der Nachbarschaftsvergleich mit Haßloch, vielleicht gelten da andere Regularien, aber die Favoritenrolle liegt bei TGS. Pfullingen erwartet mit Köndringen/Teningen sicherlich ein anderes Kaliber. mj