HG Oftersheim/Schwetzingen III – HSG St.Leon/Reilingen II  30:32 (14:16)

Der beliebte Lokalsport-Artikelhersteller der Schwetzinger Zeitung (möchte namentlich nicht genannt werden – Kürzel: mj ) hatte es superwichtig: „Schau, Otsche, unsere Fotografin ist auch hier. Das Spiel hier und heute gegen die St. Leon/Reilinger zweite Mannschaft ist am Donnerstag in der Zeitung das Hauptthema in Sachen Kreishandball.

Ich erwarte von dir belastbares Material“. Belastbares Material – sollte wohl heißen: Keine schwurbeligen Anekdötchen über das Seelenleben des handballbesessenen HG-Jungcoaches Jo Bauer, keine aktuelle Gruselclowngeschichten (obwohl der Ausgang der US-Präsidentenwahl hierfür eine schöne Steilvorlage böte), noch irgendwelche anatomischen Zwischenberichte über Prellungen, Dornwarzen und Krampfadern langjährig verdienter Mitspieler. Hier wurde knallhart gefordert – Fakten, Fakten und nochmals Fakten. Also gut:

Die Ausgangslage vor dem Spiel:

Die HSG St. Leon/Reilingen II wie auch die HG Oftersheim/Schwetzingen III mit durchwachsenem bis besch...enem bisherigem Saisonverlauf und mit 3:11 Punkten ziemlich am Ar… der Kreisligatabelle - lediglich die Flockies von der Bergstrasse (Oberflockenbach - Anm. d. Red.) sind schlechter gestartet. Personell können die Teams wohl aus den Vollen schöpfen – trotz Erkrankungen/bzw. Verletzungen von Spielern waren beide Mannschaften komplett besetzt.

Der Spielverlauf:

Ein trotz der angespannten Tabellensituation, gutes Kreisligaspiel beider Teams, dynamisch geführt, mit schönen Toren und spannend im Spielverlauf. Die etwas bessere und clevere Spielanlage der St. Leon/Reilinger, die im ganzen Spiel nie in Rückstand gerieten, wurde durch Kampfbereitschaft und große Moral der Heimmannschaft (fast) wieder wett gemacht. Immerhin gelang es kurz vor Schluss (29:29/56.) dem HG-Viel-Spaß-Team nach Fünf-Tore-Rückstand wieder auszugleichen und das Spiel wäre beinahe gekippt. Als nach der erneuten St. Leon/Reilinger Führung, der starke HG-Halblinke Manuel Postbiegel möglicherweise unlauter am Torwurf gehindert wurde, der Siebenmeterpfiff jedoch ausblieb, kam es zur (ebenfalls möglicherweise) entscheidenden Szene des Spieles.  Die diesbezügliche Nachfrage seitens HG-Torwartes Christoph Wolf wurde von Schiri-Urgestein Armin Schmich relativ humorlos mit einer Zwei-Minuten-Strafe beantwortet. So war es dem stark spielenden Ex-HGler Ralf Hübner (ebenfalls Handball-Urgestein) vorbehalten mit dem vorentscheidenden 29:31 für die Reilinger aus St. Leon den Sack zuzumachen. Deren anschließende doppelte Unterzahl in der Schlussminute konnten die fleißigen aber glücklosen Mannen der HG Ic nicht mehr zu einer Resultatverbesserung nutzen.

Fazit des Trainers Jo Bauer:

Eigentlich eine starke Vorstellung meines Teams. Umso bitterer, dass wir letztendlich wieder mit leeren Händen dastehen. Die Feinabstimmung Deckung mit Tormann muss deutlich besser werden. Ein paar Schlafmützigkeiten weniger – als Beispiel dafür, der Treffer in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit als der Reilinger Halblinke Marian Benetti mit einem beherzten Stemmwurf aus 13 Metern die HG-Abwehr samt Torwart kalt erwischte (da saßen die Viel-Spaß-Herren wohl schon mit einer Pobacke in der Kabine) – und eine bessere Nutzung der spielerischen Überzahl. Dann hätte es für den Sieg reichen können. Ein großes Kompliment an die Gegner, die wahrscheinlich heute ihr bisher bestes Saisonspiel abgeliefert haben.

HG Oftersheim/Schwetzingen III: Wolf, Brang; Barbu , Krumm (4), Lüthke (8/5), Zipf, Brunnert, Haas (1), Carius , Postbiegel (5), Holzer (3), Weissenfels (3), Schwarz, Ziegler (6).

Beste Spieler – HG O/S: Lüthke, Postbiegel, Ziegler – HSG St. L/R: Bikowski, Hübner, Meffert. atp